Fachtagung 'Generationengerechte Gemeinde'
ID: 757443
Fachtagung 'Generationengerechte Gemeinde'
Innenminister Joachim Herrmann bei der Fachtagung 'Generationengerechte Gemeinde': "Mit Senioren - für Senioren"
"Ich fordere alle Senioren dazu auf, ihre Anliegen, Wünsche und Erwartungen an seniorengerechtes Bauen in alle staatlichen und kommunalen Planungen einzubringen. Engagieren Sie sich in den Seniorenbeiräten der Kommunen oder auch in Bürgerwerkstätten. Die Kommunen und staatlichen Ämter fordere ich auf, Senioren viel mehr als bisher in alle Planungen einzubinden. Mit Senioren - für Senioren muss das Motto sein!", so Innenminister Joachim Herrmann bei der gemeinsamen Tagung der Hanns-Seidel-Stiftung und der Obersten Baubehörde zum Thema 'Generationsgerechte Gemeinde' in München. Es gebe keinen Königsweg, über den die Kommunen den Herausforderungen des demographischen Wandels mit einer immer älter werdenden Bevölkerung gerecht werden können. Dazu seien die Ursachen und Randbedingungen zu unterschiedlich. "Aber wir unterstützen unsere Städte und Gemeinden. Vom Städtebau und der städtebaulichen Erneuerung über Straßen und Plätze bis hin zu den staatlichen Gebäuden und dem Wohnungsbau - in allen Bereichen wollen wir dafür sorgen, dass die gebaute Umwelt in Stadt und Land allen Menschen zu Gute kommt", so Herrmann weiter.
Ein Schwerpunkt des Innenministeriums liegt bei der Barrierefreiheit. Die Bayerische Bauordnung fordert deshalb beim Bau von Wohnungen und bei allen öffentlich zugänglichen Gebäuden Barrierefreiheit. Herrmann: "Außerdem braucht Bayern mehr seniorengerechte Wohnungen." Wegen des großen Altbaubestandes gelten nur etwa fünf Prozent der Mietwohnungen in Bayern als barrierearm. Bereits seit fünf Jahren werden neue Mietwohnungen nur staatlich gefördert, wenn sie barrierefrei sind. Im Bayerischen Modernisierungsprogramm wird zudem die Modernisierung des Wohnungsbestandes mit zinsverbilligtem Kapitalmarktdarlehen gefördert. Der altersgerechte Umbau ist dabei ein Förderschwerpunkt.
Um den geänderten Alters- und Familienstrukturen gerecht zu werden und energetisch hohe Maßstäbe zu setzen, sorgt Bayern auch für die Umsetzung neuer Wohnkonzepte im Rahmen des sogenannten Experimentellen Wohnungsbaus. Bei aktuell vier Modellvorhaben mit 37 Einzelprojekten liegt ein wesentlicher Schwerpunkt auf Wohnformen für Familien und Senioren, die den Herausforderungen des demographischen Wandels besonders gerecht werden. Ein Beispiel ist das Modellvorhaben 'WAL - Wohnen in allen Lebensphasen'. Die Wohnungen sind barrierefrei, überwiegend auch nach Bestandsmodernisierung. Zudem wird auch ein soziales Netz aus nachbarschaftlichen Unterstützungsangeboten und professioneller Pflege bei Bedarf angeboten.
Ein weiteres Handlungsfeld ist der Städtebau. Innenentwicklung hat hier Vorrang vor Außenentwicklung. Denn die Einrichtungen des täglichen Bedarfs - vom Arzt über den Lebensmittelladen bis zum zentralen Busbahnhof - sollten im Ortszentrum vorhanden sein. Herrmann: "Die 'Stadt der kurzen Wege' macht hier ein großes Stück an Lebensqualität aus. Kompakte Stadt- und Ortskerne, in denen die täglichen Besorgungen ohne Auto erledigt werden können, sind außerdem aus energetischen Gründen sinnvoll. Denn mit jedem nicht gefahrenem Kilometer werden Energieressourcen gespart und auch die Umwelt."
Im Straßenverkehr fühlen sich ältere Verkehrsteilnehmer als Fußgänger und Radfahrer oft besonders unsicher. Mittelinseln zum sicheren Überqueren der Straße, längere Grünphasen an Fußgängerampeln, Bordsteine, die gut erkennbar, aber keine Stolperfallen sind und vieles mehr tragen hier dazu bei, dass die Straßen und Wege barrierefrei und verkehrssicher sind.
Bayerisches Staatsministerium des Innern
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Datum: 07.11.2012 - 11:15 Uhr
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