LVZ: Unions-Gesundheitsexperte Spahn: Wegfall der Praxisgebühr ist kurzfristig populär aber politisch falsch / Negative Konsequenzen auch für Ärzte
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Unions-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, betrachtet das von der
Koalition beschlossene Aus für die ungeliebte Praxisgebühr als in der
Sache "falsch" und rechnet mit vielen negativen Folgeentscheidungen.
Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe) sagte Spahn:
"Der Wegfall der Praxisgebühr ist kurzfristig zwar sehr populär, wird
uns in seinen Folgewirkungen mittel- bis langfristig aber noch
beschäftigen." Die Gesundheitspolitiker der Union hielten die
Abschaffung der Praxisgebühr für falsch, trügen das aber im
Kompromiss mit. Er sei sich jedoch ziemlich sicher, "dass viele, die
jetzt über das Aus für die Praxisgebühr jubeln, das in einigen Jahren
noch bereuen werden", warnte Spahn. Jedes Jahr gebe es, auch wegen
des medizinischen Fortschritts, deutliche Kostensteigerungen im
Gesundheitswesen. Die derzeit einmalig hohen finanziellen Rücklagen
im Gesundheitsfonds täuschten über dieses Problem hinweg. "Jedes Jahr
werden nun die zwei Milliarden Euro aus der Praxisgebühr fehlen, nach
fünf Jahren fehlen dann schon zehn Milliarden. Zudem wird es
zukünftig unheimlich schwer sein, eine neue Form von
Selbstbeteiligung wieder einzuführen", kritisierte der
Unions-Experte. Auch die Ärzte würden die Negativwirkung einer
weggefallenen Praxisgebühr zu spüren bekommen. "Die Praxisgebühr ist
eine Art Vorauszahlung auf das Honorar. Das brachte den Ärzten
Liquidität." Auch bei der Nutzung von Notfallambulanzen werde es zu
spürbaren Konsequenzen führen. "Die werden gerade am Wochenende mehr
Zulauf bekommen, weil die Sondergebühr wegfällt", zeigte sich Spahn
überzeugt.
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Datum: 09.11.2012 - 07:00 Uhr
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