DBU-Projekt: Textilveredelung mit weniger Chemie, Wasser und Energie
ID: 761341
Bio statt Chemie - Polyesterfasern umweltfreundlich veredeln
DBU fördert biologisches Verfahren zum Behandeln von Oberflächen
synthetischer Textilien mit 510.000 Euro
Sie stecken in Kleidern, Deko- und Sportartikeln: Polyesterfasern.
Durch ihre besonderen Eigenschaften sind sie vielseitig verwendbar
und gehören daher weltweit zu den wichtigsten Chemiefasern. "Um ihre
Eigenschaften zu erweitern oder verbessern, werden sie veredelt. Das
ist immer verbunden mit einem hohen Chemikalien-, Strom- und
Wasserverbrauch. Umso wichtiger ist es, chemische Verfahren durch
umweltfreundlichere zu ersetzen", sagt Dr.-Ing. E. h. Fritz
Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU). "Wir wollen ein System entwickeln, das Polyesteroberflächen
biologisch modifiziert und dabei die Faserqualität verbessert. Auf
dieser Basis soll auch ein digitales Druckverfahren getestet werden,
das eine umweltfreundliche Alternative zu anderen Techniken bietet",
erläutert Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann vom Lehrstuhl für
Mikrobiologie und Bioverfahrenstechnik des Instituts für Biochemie
der Universität Leipzig. Die DBU fördert das Projekt mit 510.000
Euro.
"Für das Veredeln von Polyestergarnen wird in einigen Fällen bis
zu einem Kilo Chemikalien pro Kilo Textil eingesetzt. Der
Wasserverbrauch ist enorm, das Abwasser stark belastet. Auch führen
chemische Prozesse, die häufig bei hohen Temperaturen ablaufen
müssen, zu Einbußen in der Faserqualität", so Zimmermann. Gemeinsam
mit dem Biotechnologie-Unternehmen evocatal aus Düsseldorf und der
Saxion University of Applied Sciences aus Enschede solle nun ein
biologisches, wirtschaftliches und milderes Verfahren zum Veredeln
von Kunststofffasern entwickelt werden, das den hohen Verbrauch von
Chemikalien, Wasser und Strom senkt - ohne dabei die Qualität zu
beeinträchtigen.
Bevor die Gewebe im weiteren Herstellungsprozess zum Beispiel
gefärbt oder bedruckt werden, müssten die Oberflächeneigenschaften
der Fasern verbessert werden. "Für einen biologischen Prozess eignen
sich spezielle Enzyme. Die müssen wir so optimieren, dass sie
mindestens so wirkungsvoll sind wie Chemikalien. Nur so wäre das
biologische Verfahren dann auch für die industrielle Produktion
geeignet." Zudem müsse das Enzym - ein sogenannter Biokatalysator,
der chemische Reaktionen einleiten, beschleunigen und lenken kann,
ohne dabei selbst verbraucht zu werden - eine gewisse Stabilität
vorweisen: Je länger es im Veredlungsprozess eingesetzt werden könne,
desto umweltfreundlicher und wirkungsvoller sei das neue Verfahren.
Ein weiterer Vorteil sei zudem, dass bei der Biokatalyse im Vergleich
zu chemischen Prozessen niedrigere Wassertemperaturen ausreichten -
das spare Strom und schone die Fasern. Zum Bedrucken der Textilien
eigne sich ein umweltfreundliches Tintenstrahldrucksystem, das eine
Alternative zu herkömmlichen Verfahren biete. "Da der digitale Druck
nur auf modifizierten Oberflächen beste Ergebnisse liefert, wäre er
mit dem biologischen Veredlungsverfahren gut kombinierbar", so
Zimmermann.
Das biologische Verfahren zum Veredeln von Kunststofffasern soll
in Zukunft innovative Textilien umweltfreundlich herstellen. "Hier
eröffnet sich mit der Textilindustrie für die Biotechnologie ein
weiterer Anwendungsbereich. Es gibt viel Potenzial, durch neue
Entwicklungen und Verfahren die Umwelt zu entlasten", sagt
DBU-Experte Dr. Hans-Christian Schaefer.
Pressekontakt:
Ansprechpartner
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- Pressesprecher -
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Kontakt DBU:
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
Telefon: 0541|9633521
Telefax:0541|9633198
presse@dbu.de
www.dbu.de
Ansprechpartner für Fragen zum Projekt:
Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann
Universität Leipzig,
Institut für Biochemie
Johannisallee 21-23
04103 Leipzig
Telefon: 0176-53602576
Telefax: 0341-9736798
E-Mail: wolfgang.zimmermann@uni-leipzig.de
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Datum: 13.11.2012 - 09:00 Uhr
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