Klimaschutz auf Altdeponien: Bundesumweltministerium startet 2013 neue Förderung
ID: 782042
Deutsche Umwelthilfe ruft Deponiebetreiber zur Beteiligung an
Programm im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative auf -
"Deponiebelüftung" vermeidet jahrzehntelange Bildung des Klimagases
Methan - Antragsfrist startet Anfang 2013
Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat kommunale Betreiber
stillgelegter Abfalldeponien aufgerufen, sich an einem neuen
Klimaschutzprogramm des Bundesumweltministeriums (BMU) zu beteiligen.
Die Förderung im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)
der Bundesregierung dient der Vermeidung von hoch klimawirksamem
Methan auf Abfalldeponien, das normalerweise noch Jahrzehnte nach dem
Ende der Müllablagerung und der energetischen Nutzung von
Deponiegasen entweicht und das Klima belastet.
Gemeinsam mit dem Hamburger Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft,
Prof. R. Stegmann und Partner (IFAS) und dem ebenfalls in Hamburg
ansässigen Beratungsunternehmen GFA Envest wirbt die DUH bereits seit
2010 dafür, mit der Methode der Belüftung von Altdeponien (im
Fachjargon: aerobe in-situ-Stabilisierung) ein erhebliches und
vergleichsweise kostengünstiges Klimaschutzpotenzial zu heben. Bisher
scheiterte der breite Einsatz des Verfahrens in Deutschland oft
daran, dass die kommunalen Betreiber vor den notwendigen
Anfangsinvestitionen zurückschreckten. Die nun beschlossene
Fördermöglichkeit dient der Überwindung dieser Hürde und könnte
helfen, der Methode den erhofften Durchbruch zu verschaffen.
"Auch nach Beendigung der energetischen Nutzung der Deponiegase
bleiben deutsche Altdeponien ein Klimaproblem. Wir sprechen über ein
Einsparpotenzial von 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, das durch
Einsatz der Deponiebelüftung vermieden werden kann. Diese Chance zum
Klimaschutz dürfen sich die kommunalen Deponiebetreiber aber auch die
Kommunen selbst nicht entgehen lassen", sagt Gerd Rosenkranz, der
Leiter Politik und Presse der DUH. Die Bedeutung der Methode geht
dabei nach Überzeugung der DUH über den Klimaschutz hinaus. Sie
entschärft nämlich auch das Problem der Grundwassergefährdung,
ermöglicht im Einzelfall eine vorgezogene anderweitige Nutzung des
Deponiegeländes und verringert wegen der verkürzten Dauer insgesamt
die Nachsorgekosten für die Kommunen.
"Insbesondere Kommunen, die eigene Deponien betreiben, können mit
der Deponiebelüftung einen wichtigen Beitrag zum Schutz unseres
Klimas leisten", erläutert Charlotte Unger, Projektmanagerin bei der
DUH. Viele Entscheidungsträger vor Ort wollten mit eigenen Impulsen
ihrer Verantwortung für das globale Klima nachkommen. Leider fehle
bisher angesichts der angespannten Finanzlage der meisten Kommunen
oft das Geld. Mit der Aufnahme in den Förderkatalog der NKI leiste
das BMU jetzt einen wichtigen Beitrag zur Überwindung finanzieller
Hemmnisse.
Ab dem 1. Januar 2013 können Deponien betreibende Kommunen
entsprechende Förderanträge beim Bundesumweltministerium einreichen.
Die Finanzierungshilfen können in zwei Bereichen erfolgen. Zum einen
ermitteln Experten vor Ort, ob in einer konkreten Deponie noch
erhebliche Mengen an Treibhausgasen vermieden werden können
("Potenzialanalyse"). Vor allem aber kann der Deponiebetreiber, wenn
er bereits eine erfolgreiche Potenzialanalyse vorweist, die
Teilfinanzierung von Investitions- und Installationskosten der
Deponiebelüftung beantragen.
Die Methode der Deponiebelüftung beschleunigt die Stoffumsetzung
in der Deponie nach dem Abschluss der Phase der energetischen Nutzung
der Deponieabgase. Durch regelmäßige Luftzugabe entsteht dann statt
Methan im Wesentlichen nur noch das in diesem Fall sogar
klimaneutrale CO2. Die Stoffumsetzung der biologischen
Abfallbestandteile ist unter diesen Bedingungen schon nach wenigen
Jahren beendet.
Informationen unter:
BMU-Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten: http://www.
ptj.de/lw_resource/datapool/_items/item_4094/bmu_kommunalrichtlinie_2
013.pdf
Förderung von Klimaschutzteilkonzepten
http://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen/klimaschutzkonzepte
Förderung investiver Maßnahmen
http://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen/investive_massnahmen
Für Interessenten veranstalten die Projektbeteiligten am Dienstag,
19. Februar 2013, bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, DBU, in
Osnabrück einen Workshop. Das vorläufige Progamm sowie weitere
Informationen zur Deponiebelüftung finden Sie hier:
http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2988
Das vom Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft, der GFA Envest GmbH
und der Deutschen Umwelthilfe durchgeführte Projekt "ORKESTRA",
Deponiebelüftung als Klimaschutzmaßnahme, wird von der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt, DBU, unterstützt.
Pressekontakt:
Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik & Presse, Hackescher Markt 4,
10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-0; Mobil: 0171 5660577; E-Mail:
rosenkranz@duh.de
Prof. Dr.-Ing. Rainer Stegmann, Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft,
IFAS, Schellerdamm 19-21, 21079 Hamburg; Tel.: 04077110741; Mobil:
0172 4372935; info@ifas-hamburg.de
Joachim Schnurr, GFA ENVEST GmbH, Geschäftsführer, Eulenkrugstraße
82,22359 Hamburg; Tel.: 04060306800; Fax: 04060306899;
Joachim.Schnurr@gfa-envest.com
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Datum: 12.12.2012 - 13:54 Uhr
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