Börsen-Zeitung: Höchste Eile, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Wittkowski
ID: 782396
innenpolitischen Fraktionssprecher Michael Hartmann ist es
"ungeheuerlich", dass die Deutsche Bank "tief in Geldwäsche
verstrickt ist". Dann müssen die Staatsanwälte ja gar nicht weiter
ermitteln: Das Vor-Urteil ist schon gesprochen. So viel zur
Unschuldsvermutung. Die Stimmung am Stammtisch trifft der Politiker
allemal. Da gelten die Banken längst als kriminelle Vereinigung. Dass
dann mehr als 20 Mannschaftswagen vorfahren und fünf Hundertschaften
Polizei Gebäude der Bank durchsuchen - und zwar nicht, um eine neue
"Tatort"-Folge zu drehen -, scheint ins Bild zu passen.
Doch immer schön langsam: Ein Großaufgebot bis an die Zähne
bewaffneter Beamter macht aus Bankangestellten noch keine Straftäter,
Ermittlungen sind keine Anklage, und eine Anklage, so es denn dazu
käme, ist kein Urteil, schon gar kein rechtskräftiges. Aber ohne
Frage: Erstens wiegen die Vorwürfe - bis hin zu versuchter
Strafvereitelung - schwer, zweitens kommt für die Deutsche Bank, die
ja in Justizsachen schon lange kein heuriger Hase mehr ist, zurzeit
ein bisschen viel zusammen, drittens ist es so etwas wie die
"Krönung", dass zu den 25 Beschuldigten der Co-Vorstandsvorsitzende
Fitschen und Finanzchef Krause gehören, die 2010 eine, wie sich
später zeigte, falsche Umsatzsteuererklärung unterschrieben haben -
Fitschen, damals einfaches Vorstandsmitglied, wohl nur deshalb, weil
eine zweite Unterschrift gebraucht wurde und er gerade greifbar war.
Man muss unweigerlich an Fußballweltmeister Andy Brehme denken,
dessen bekanntester Spruch hier allerdings nicht zitierfähig ist.
Ob die Steuererklärung rechtzeitig oder zu spät korrigiert wurde,
ob die Verhafteten die Vorgänge um den kriminellen Handel mit
Emissionsrechten aufklären oder vertuschen wollten - diese und
tausend andere Fragen sind heute nicht zu beantworten, schon gar
nicht von außen. So viel aber lässt sich, auch mit Blick auf jüngste
Vorgänge bei einer Reihe anderer Banken, ohne jede Vorverurteilung
sagen: In der heutigen, allzu komplex gewordenen Finanzwelt gibt es
zu viele Geschäfte, die allem Anschein nach besonders betrugsanfällig
sind und potenzielle Täter etwa im Handel geradezu einladen. Wenn
wirksame Kontrollen offenbar nicht möglich sind, sollten Banken sich
aus solchen Aktivitäten heraushalten. Dies muss unabhängig davon, was
die Ermittlungen ergeben, zu dem Kulturwandel gehören, den sich das
inzwischen nicht mehr ganz so neue Führungsduo der Deutschen Bank
aufs Panier geschrieben hat. Hier ist höchste Eile geboten.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
" alt="Reservoir Minerals meldet weitere Bohrergebnisse des Kupfer-Gold-Projektes Timok, einschließlich 100 Meter mit einem Gehalt von 4,31 % Kupferäquivalent und 204 Meter mit einem Gehalt von 1,63 % Kupferäquivalent">
Datum: 12.12.2012 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 782396
Anzahl Zeichen: 2980
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 193 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Höchste Eile, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Wittkowski"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Westfalen-Blatt: das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Razzia bei der Deutschen Bank: ...
Die Deutsche Bank kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Gegen fünf ihrer Mitarbeiter wurden Haftbefehle erlassen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen. Geldwäsche, Steuerbetrug - die Vorwürfe wiegen schwer. Auch wenn noch nichts vor Gericht b
Mittelbayerische Zeitung: Die haben verstanden Kommentar zur IHK Regensburg ...
Billiger und besser - mit diesem Kaufargument betont die IHK Regensburg ihre Zukunftsfähigkeit. Ob die Kammer diesem hohen Anspruch gerecht werden kann, muss sich noch zeigen. Fest steht, dass es gute Indizien für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte gibt. So herrscht bei der IHK der Geist,
ButlersBingo.com zahlt 5,88 Mio.£ aus - größter Gewinn aller Zeiten für Online-Bingo-Spieler ...
5,88 Mio. GBP Gewinn mit Spin für 30 p Wetteinsatz bei Slot-Spiel Am Sonntag, den 9. Dezember 2012 zahlte die Online-Bingo-Website ButlersBingo.com einem Kunden den progressiven Rekord-Jackpot in Höhe von 5.883.044,43 GBP aus, nachdem er bei einem Online-Slot-Spiel des von Microgaming be
WAZ: Es geht um den Rest von Vertrauen. Kommentar von Rolf Obertreis ...
Erst der Skandal um den manipulierten Interbanken-Zins Libor, mögliche Falschbewertungen von milliardenschweren Wertpapieren, jetzt die Verstrickung in eine der größten Wirtschaftsstrafsachen in Deutschland seit Jahrzehnten, als Gipfel noch die Ermittlungen gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fits
