Tierische Hochzeiten im Winter / Die Deutsche Wildtier Stiftung verrät, wer sich jetzt paart und warum
ID: 789904
Keiler folgen dem für sie verführerischen Geruch der paarungsbereiten
Bache und machen dabei quasi im Vorbeigehen ihre Revieransprüche
gegenüber männlichen Konkurrenten deutlich. Sie schlagen Ihre
gewaltigen Eckzähne solange aufeinander, bis ein weißer, für die
menschliche Nase stinkender Schaum entsteht. Diesen streifen sie an
Bäumen und Sträuchern ab. Treffen zwei Keiler aufeinander, stellen
sie ihre Rückenborsten auf, um größer zu wirken. Nach einigen
Drohritualen attackieren sich die Kontrahenten mit ihren scharfen
Eckzähnen, die tiefe Fleischwunden verursachen können. Dabei schützt
das sogenannte Schild, eine Verdickung der Schwarte im
Schulterbereich, die Gegner vor den schwersten Verletzungen. Das
urige Paarungsritual der Wildschweine wird von lautem Grunzen
begleitet, das manchmal auch am Tag in den Wäldern zu hören ist.
"Wer jetzt aufmerksam ist, kann unsere heimischen Wildtiere bei
der Paarung beobachten", sagt Dr. Andreas Kinser, Experte der
Deutschen Wildtier Stiftung. So ist das Liebeslied der Füchse im Wald
zu hören. Ihr "kauw, kaw, kaw" hört sich an wie das heisere Bellen
eines Hundes. "Meist werben mehrere Fuchsrüden gleichzeitig um eine
Fähe", erläutert Andreas Kinser und verweist auf die vielen Spuren im
Schnee. Auch Frau Fuchs hat sich entsprechend parfümiert, um die
Hormone der Herren in Wallung zu bringen. "Für menschliche Nasen
stinkt es während der Ranz unangenehm nach Ammoniak. Ende März kommen
dann die zunächst blinden Fuchswelpen zur Welt.
Auch Iltis und Wiesel, Biber und Fischotter sind auf der Suche
nach einem geeigneten Partner. Selbst die Feldhasen laufen sich schon
für die Haupt-Rammelzeit im Frühjahr warm. "Die ersten Boxkämpfe
unter besonders hitzigen Hasen sind auf dem Acker trotz der niedrigen
Temperaturen schon zu beobachten", sagt Kinser. Viele Wildtiere
heiraten "ganz in Weiß". Wenn im Januar/Februar Eis und Schnee die
Landschaft im frostigen Griff haben, beginnt die Paarungszeit, damit
der Nachwuchs erst auf die Welt kommt, wenn es langsam wieder wärmer
wird. Nur bei Familie Wildschwein liegen die Frischlinge jetzt im
warmen Kessel, einer Art Nest für den Nachwuchs. Hoch am Himmel
hingegen herrscht relative Stille. "Die meisten Vögel kommen erst
dann in Stimmung, wenn die Tage wieder länger werden."
Pressekontakt:
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg,
Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278,
E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de
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Datum: 02.01.2013 - 09:00 Uhr
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