Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Minijobs
Farbe bekennen
BERNHARD HÄNEL
ID: 790734
ist weder sozial noch zielführend; nicht für die materielle Sicherung
der Menschen und schon gar nicht für die Gleichstellung. Niedriglöhne
und Minijobs setzen voraus, dass es im Haushalt einen
Familienernährer gibt und eine Zuverdienerin. Inzwischen gibt es aber
7,5 Millionen Minijobber in Deutschland, zwei Drittel davon sind
Frauen. Und das in Zeiten, da das klassische Rollenmodell längst
überholt ist. Nicht nur gut oder höchstqualifizierte Frauen, ob
verheiratet oder alleinerziehend, werden in Minijobs gedrängt, aus
denen immer weniger den Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden. Selbst
Bundesfamilienministerin Schröder, bislang nicht ausgewiesen als
Vorkämpferin für die Gleichstellung von Frauen, hat dies erkannt.
Doch zum Farbebekennen reicht es noch nicht. Die Gleichstellung auf
dem Arbeitsmarkt konsequent anzugehen bedeutete die Einführung von
existenzsichernden Löhnen. Denn als Instrument zum Drücken der
Personalkosten waren Minijobs nie gedacht. Allerdings muss nicht
jeder Minijob abgeschafft werden. Für Studierende etwa ist ein Zubrot
willkommen.
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Datum: 03.01.2013 - 19:45 Uhr
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Politik & Gesellschaft
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