Neue OZ: Kommentar zu Medien / Fernsehen
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Wirklich überraschend kommt diese Enthüllung des "Spiegels" wohl
kaum. Wer nicht jahrelang mit verbundenen Augen vor dem Fernseher
saß, wird erkannt haben, dass Thomas Gottschalk nicht nur ungehemmt
Gummibärchen bewarb, sondern auch keine Berührungsängste mit größeren
Tieren hatte. Das wird auch den ZDF-Bossen klar gewesen sein, doch
niemand traute sich, die Samthandschuhe abzulegen und dem Sonnyboy
unmissverständlich den Weg aus dem Schattenreich der Schleichwerbung
zu zeigen. Gottschalk war ihnen als Quotenkönig so wichtig, dass sie
sich von ihm am Nasenring durch den Showzirkus ziehen ließen. Auch
der heutige Intendant Thomas Bellut hat da wohl nicht nur das eine
Auge zugedrückt.
Der überwiegende Teil des Einkommens populärer Moderatoren speist
sich seit Jahren nicht etwa aus den Honoraren für ihre Sendungen,
sondern aus den Werbeverträgen, die sie aufgrund ihrer Popularität
abschließen können. So weit, so legal. Doch Thomas Gottschalk und
sein geschäftstüchtiger Bruder haben offenbar den Hals nicht
vollkriegen können. Wenn die ARD nun mit dem Moderator über mehrere
Shows verhandelt, ist sie also gewarnt. Aber auch Thomas Gottschalk
muss vorsichtig sein. So erfolgreich und wichtig, wie er einmal war,
ist er schon längst nicht mehr. Der Lack des Goldbärchens ist ab.
Joachim Schmitz
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Datum: 13.01.2013 - 22:00 Uhr
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