Badische Neueste Nachrichten: Verfrühtes Eigenlob

Badische Neueste Nachrichten: Verfrühtes Eigenlob

ID: 805354
(ots) - Eine Statistik können die Bildungspolitiker
leider nicht vorlegen: Wie viele Fünftklässler zittern in diesen
Tagen dem Zeugnis entgegen? Wie viele von ihnen müssen demnächst
schon wieder ihr Gymnasium oder ihre Realschule verlassen - weil das
Ziel einfach zu hoch ist, das ihre wohlmeinenden oder ehrgeizigen
Eltern ihnen gesteckt haben? Genau diese Zahlen aber wären nötig, um
zu beurteilen, ob es ein großer Erfolg oder ein verhängnisvoller
Fehler war, die verbindliche Grundschulempfehlung in
Baden-Württemberg abzuschaffen. Stattdessen schwelgt der neue
Kultusminister in grün-rotem Eigenlob - womöglich freut er sich zu
früh. Ob der erste Jahrgang ohne verbindliche Schulempfehlung
erfolgreich ist, wird sich in sechs bis neun Jahren zeigen. Wobei
nicht allein eine bestandene Mittlere Reife oder Abi-Prüfung über
Erfolg entscheidet. Beste Förderung heißt eigentlich: Jedes Kind
bekommt die Chance, seine Begabungen zur optimalen Entfaltung zu
bringen - und seinen Platz in der Arbeitswelt zu finden. Ein
chronisch überforderter Schüler, der es zum unglücklichen Akademiker
schafft, verpasst vielleicht ein Leben als begnadeter Handwerker.
Traurig ist, dass Politiker und Eltern das Seelenheil der Kinder
allzu oft aus dem Blick verlieren. Gewiss hat die Abschaffung der
strengen Grundschulempfehlung zu einer atmosphärischen Entspannung
beigetragen und auch manche ausländische Familie mit begabtem
Nachwuchs zur selbstbewussteren Schulwahl ermutigt - doch dazu hätte
die Politik längst mit gezielter Förderung beitragen können.
Tatsächlich sind viele schwache Schüler schon in der ersten Klasse
abgehängt und erfahren kaum Hilfe. Parteien aller Couleur aber
huldigen dem Akademisierungswahn, reden die Hauptschule kaputt,
dulden Dumpinglöhne. Nun haben die Familien mit den Füßen übers
Schulsystem abgestimmt - und Grün-Rot stürmt zu neuen Reformen.


Schulerfolg und Freude am Lernen aber lassen sich nicht per
Etikettenwechsel verordnen.



Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Sexismusdebatte - Die  Zoten-Quote                  Rheinische Post: Länder-Verhandlungsführer Bullerjahn kritisiert Tarifforderungen der Gewerkschaften
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.01.2013 - 22:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 805354
Anzahl Zeichen: 2326

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Karlsruhe



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 294 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: Verfrühtes Eigenlob"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Badische Neueste Nachrichten: Der mündige Verbraucher ...
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro


Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten


Lausitzer Rundschau: Arbeitgeber im Abseits Wehrbeauftragter kritisiert Zustand der Truppe ...
Die Bundeswehr ist sicher ein Unternehmen der besonderen Art. Spätestens seit der Abschaffung der Wehrpflicht vor nunmehr gut eineinhalb Jahren muss sich die Truppe jedoch genauso um geeignetes Personal auf dem kleiner werdenden Arbeitsmarkt bemühen wie jede andere Firma in Deutschland. Dafür

Schwäbische Zeitung: Höchste Zeit zu handeln - Leitartikel ...
Beinahe jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland klagt über zunehmenden Stress im Job. Das ist ein Ergebnis des Stressreports 2012. Dürfen wir uns darüber wundern angesichts einer Arbeitswelt, die beständig komplexer wird? Nein. Denn die Beschäftigten sind gerade in einer Dienstleistungsgese

Schwäbische Zeitung: Alarmglocken ernst nehmen - Kommentar ...
"Wegen Umbau vorübergehend geschlossen", wie es manchmal an Geschäften steht, ist bei der Bundeswehr nicht denkbar. Alle Renovierungsmaßnahmen werden zusätzlich zur täglichen Arbeit vorgenommen. So ist es kein Wunder, dass die Grenzen der Belastbarkeit überschritten werden. Sinn

Rheinische Post: Grüner Blackout = Von Antje Höning ...
Die jüngste Nachricht aus der Energiebranche dürfte viele Verbraucher aufschrecken: Die Netzbetreiber mussten die "kalte Reserve" anzapfen, um großflächige Stromausfälle zu verhindern. Nun müssen wieder alte und wenig effiziente Gas- und Ölkraftwerke in Österreich laufen, damit


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z