Neue OZ: Kommentar zu Sitzenbleiben
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Reflexartig wettert die künftige Opposition gegen den rot-grünen
Plan, das Sitzenbleiben in Niedersachsen abzuschaffen. Der
Schulexperte der FDP, Björn Försterling, warnt vor dem
"sozialistischen Menschenbild" von SPD und Grünen und ihrer
"Einheitsschule". Doch wo ist da bitte der Zusammenhang?
Die Liberalen können, wie alle anderen im Lande auch, beim Thema
Sitzenbleiben gelassen bleiben. Es gibt viele gute Gründe dafür, auf
sogenannte "Ehrenrunden" (welch zynischer Name!) zu verzichten und
schwache Schüler stattdessen ernsthaft zu fördern - zumal
Niedersachsen nicht das erste Bundesland wäre, das zu dieser Einsicht
gelangt.
Schon vor Jahren hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung gezeigt,
dass Sitzenbleiben den Steuerzahler jedes Jahr fast eine Milliarde
Euro kostet - ohne pädagogische Erfolge. Sitzenbleiber erzielten
demnach allenfalls in dem Jahr, das sie wiederholten, bessere
Leistungen, fielen danach aber wieder ab. Und auch der Rest der
Klasse wurde ohne die schwächeren Schüler nicht besser.
Das entlarvt auch die Mär von der "Einheitsschule", die ja ohnehin
weder SPD noch Grüne fordern, als Panikmache. Vielmehr will Rot-Grün
das Sitzenbleiben unabhängig von der Schulform durch gezielte
Förderprogramme ersetzen. Das würde nicht nur schwachen Schülern die
Schmach des Sitzenbleibens und den Verlust kostbarer Lebenszeit
ersparen, sondern auch mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen.
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Datum: 30.01.2013 - 22:00 Uhr
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