Bundesagentur für Arbeit bestätigt dramatischen Fachkräftemangel in der Altenpflege / bpa Forderungen bestätigt: wir brauchen qualifizierte Zuwanderung, Umschulung und Qualifizierung
ID: 816141
Zu den heute von der Bundesagentur für Arbeit (BA)
bekanntgegebenen Daten, wonach sich die Zahl der offenen Stellen
vervielfacht hat und allein bei den Arbeitsämtern 14.000 offene
Stellen für Altenpflegefachkräfte nicht besetzt werden können,
erklärt der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e. V. Bernd Meurer:
"Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt unsere schlimmen
Erfahrungen. Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten
offenen Stellen für Altenpflegefachkräfte hat sich binnen weniger
Jahre auf 14.000 vervielfacht. Die Realität sieht noch ganz anders
aus! Berücksichtigt man, dass die Mehrzahl der ambulanten Dienste und
stationären Einrichtungen offene Stellen schon gar nicht mehr melden,
ist ein akuter Bedarf von 50.000 Fachkräften realistisch.
Die BA hat sich verspflichtet, im Rahmen der Ausbildungs- und
Qualifizierungsoffensive zusätzlich weitere 4.000 arbeitssuchende
Pflegehelfer, die bereits eine einjährige Ausbildung haben, zu
Altenpflegefachkräften umzuschulen. Aber bis heute sind diese
Personen darüber noch nicht einmal informiert. Wenn wir nicht ein
weiteres Jahr verlieren wollen, muss die BA jetzt handeln. Die BA
muss die infragekommenden Pflegehelfer jetzt über die Möglichkeiten
einer geförderten Umschulung informieren, die Länder müssen 4.000
weitere Schulplätze schaffen, und die Einrichtungsträger 4.000
weitere Ausbildungsplätze. Das ist kein Pappenstiel und die Zeit bis
zum Sommer, wenn die neuen Schuljahre beginnen, wird knapp. Wer jetzt
nicht handelt, der verzögert!
Ebenso wichtig ist, dass die nach wie vor bestehenden
bürokratischen Hemmnisse für die Einreise von Pflegefachkräften aus
dem Ausland beseitigt werden. Hier müssen die aufenthalts- und
arbeitsrechtlichen Voraussetzungen sowie die Anerkennung der
Berufsabschlüsse zügig sichergestellt werden. Bearbeitungszeiten von
bis zu 7 Monaten, wie es sie in Bayern teilweise gibt, erscheinen
geradezu unwirklich."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 230.000 Arbeitsplätze und ca.
17.700 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 18,2
Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Herbert Mauel, Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030 30 87 88 60.
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Datum: 15.02.2013 - 13:47 Uhr
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