Neue OZ: Kommentar zu Luftverkehr / Flughafen / Berlin/ Brandenburg
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Viermal schon ist die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg
verschoben worden, die Kosten sind explodiert. Die Meldung, dass
Prüfer mehr als 20 000 Mängel festgestellt haben, kommt da nicht
überraschend. Dies ist nur ein weiteres Kapitel in einer unendlichen
Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen. Immer deutlicher wird
indessen, wie unfähig die Aufsichtsräte agiert haben.
Natürlich können die Kontrolleure nicht jeden Fliesenleger und
Monteur kontrollieren. Auch müssen sie sich in vielen technischen
Fragen auf die Expertise von Fachleuten verlassen. Angesichts der
unzähligen Probleme hätten sie aber schon deutlich früher eingreifen
müssen. Viel zu lange haben sie zugesehen, wie die Liste der Probleme
länger und länger wurde. Die milliardenschwere Rechnung zahlt jetzt
der Steuerzahler.
Festzuhalten bleibt außerdem: Politiker geraten offensichtlich
besonders stark in Versuchung, als Aufsichtsräte ein Auge
zuzudrücken. Schließlich lockt die Aussicht, sich mit einem großen
Bauwerk ein Denkmal zu setzen. Zum Prestige des Bauherrn kommt die
Aussicht, der Nachwelt Unübersehbares zu hinterlassen - ob es nun ein
Flughafen ist wie in Berlin, ein Konzerthaus wie in Hamburg oder ein
Bahnhof wie in Stuttgart.
Stuttgart 21 hat freilich einen Vorteil. Man kann das Projekt noch
stoppen. Eine jetzt ins Spiel gebrachte Schmalspurversion, bei der
nicht einmal ICE-Züge in Stuttgart halten, wäre jedenfalls
lächerlich.
Uwe Westdörp
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Datum: 17.02.2013 - 22:00 Uhr
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