Neue OZ: Kommentar zu Türkei/Merkel
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Das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland hatte lange
etwas von einer enttäuschten Liebe: Während die Türkei sich bis vor
einigen Jahren nach nichts mehr sehnte als nach einer Vereinigung mit
der EU, konnte man sich vor allem in Berlin bestenfalls eine
privilegierte Partnerschaft vorstellen. Den türkischen Bewerbern
zeigte man die kalte Schulter. Frustriert wandte sich das Land
schließlich ab und suchte sein Heil im Osten.
Wer sich aber rar macht, gewinnt an Attraktivität. Diese Erfahrung
machen nun auch die Türken: Deutsche Politprominenz und
Wirtschaftsbosse geben sich in dem Land am Bosporus die Klinke in die
Hand. Aber natürlich hat man nicht plötzlich sein Herz für die Türkei
entdeckt. Das Engagement ist allein auf politische und
wirtschaftliche Zwänge zurückzuführen. Das wissen auch die Türken.
Aber obwohl die Verletzungen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel
ihnen zugefügt hat, tief sind, muss ihr Besuch in Ankara keine
Mission impossible sein. Denn Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan
hat inzwischen erkannt, dass sich seine Pläne für eine
Neuorientierung gen Osten so schnell nicht realisieren lassen.
Gut möglich also, dass er sich noch einmal auf
EU-Beitrittsverhandlungen einlässt. Und wenn er es nur macht, um
diesmal derjenige zu sein, der am Ende "Nein" sagen kann.
Waltraud Messmann
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Datum: 24.02.2013 - 22:00 Uhr
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