Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum US-Haushalt

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum US-Haushalt

ID: 826390
(ots) - Die Sparbombe in Washington ist fast lautlos
explodiert. Der Kongress versuchte erst gar nicht, die Ladung zu
entschärfen. Noch während des Countdowns schickte der republikanische
Sprecher die Abgeordneten unerledigter Dinge nach Hause. Auch die
Seismographen an der Wall Street schlugen kaum aus, als die
automatischen Ausgabenkürzungen von 1,2 Billionen US-Dollar über die
kommenden zehn Jahre in Kraft traten. Angesichts der Aufregung, die
das frühere Ringen um die Fiskalklippe oder die Anhebung der
Neuverschuldungsgrenze ausgelöst hatten, ist das einigermaßen
erstaunlich. Zumal diesmal wirklich etwas passiert. Statt der
üblichen Buchhalter-Tricks streicht der Kongress aus laufenden
Etatpositionen Mittel heraus. Erstmals seit Jahren schrumpft
Washington den Staat zusammen - allerdings auf eine denkbar plumpe
Art. Die Leidtragenden finden sich überall. Von Selbstständigen, die
keine Aufträge aus dem Pentagon mehr erhalten, über die
Staatsbediensteten, die in den Zwangsurlaub geschickt werden, bis hin
zu den Bedürftigen, deren Kinder ihren Vorschulplatz verlieren,
weniger Lehrer haben oder kein Essen auf Rädern mehr erhalten. Nicht
zu vergessen die Reisenden, die vor den Sicherheitsabfertigungen noch
länger Schlange stehen, den Krebsforschern, denen die
Forschungsgelder gestrichen werden, oder den Steuerzahlern, die auf
ihre Rückerstattungen warten müssen. Um keinen falschen Eindruck zu
erwecken: Die mit fast 17 Billionen US-Dollar verschuldete Supermacht
muss sparen. Und es gibt viele Bereiche, die sich dafür anbieten.
Allen voran der aufgeblähte Verteidigungssektor, in dem noch nie
jemand die Bücher ordentlich geprüft hat. Doch so geht es beim besten
Willen nicht. Statt zu gestalten, fechten Weißes Haus und Kongress
ideologische Grabenkämpfe aus. Unfähig dazu, einen Kompromiss zu
finden, blockiert sich das System einmal mehr selbst. Dabei heraus


kommt eine fantasielose Politik mit der Abrissbirne. Kein Wunder,
dass die Amerikaner abstumpfen und abschalten - was die geringe
Beachtung des Haushaltsstreits in der Öffentlichkeit zu einem Teil
erklärt. Der Kongress ist bei den Amerikanern laut jüngsten Umfragen
weniger populär als Gebrauchtwagenhändler, Verkehrsstaus oder
Darmspiegelungen. Der andere Teil des Desinteresses hat mit der
zeitlichen Nähe der Konsequenzen zu tun. Diesmal drohte weder
unmittelbar die Staatspleite noch ein Staatsinfarkt. Die
automatischen Ausgabenkürzungen wirken eher wie ein Langzeitgift. Je
länger Washington nichts tut, das Zwangssparen zu korrigieren, desto
größer werden die Schmerzen. Die stille Detonation der Sparbombe
richtet gewaltigen Schaden an. Das Echo braucht diesmal nur ein wenig
länger. Wenn es zurückkommt dürfte es nicht zu überhören sein.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTARE
Die Gefahr durch extremistische Gewalt
Beängstigend
HUBERTUS GÄRTNER Rheinische Post: Armut in der EU

Kommentar Von Gregor Mayntz
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.03.2013 - 19:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 826390
Anzahl Zeichen: 3156

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 127 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum US-Haushalt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalen-Blatt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

WESTFALEN-BLATT - Till Brönner: "Nichts aus Corona gelernt" ...
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un

34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder

NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in


Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt


Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTARE Die Gefahr durch extremistische Gewalt Beängstigend HUBERTUS GÄRTNER ...
Wenn Sicherheitsexperten mit klaren Worten vor der Gefahr des Terrorismus in Deutschland warnen, dann sollte das niemand auf die leichte Schulter nehmen und für übertrieben halten. Bei uns, aber auch in anderen Ländern Europas, ja auf der ganzen Welt, sind schon zu viele schreckliche Dinge pa

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Volksabstimmung zu Manager-Gehältern Druck im Kessel CARSTEN HEIL ...
Das ist eindeutig: Knapp 70 Prozent der Abstimmungsberechtigten haben sich bei einer Volksabstimmung in der Schweiz gegen überzogene Erfolgs-Boni für Banker und zu hohe Gehälter für Manager ausgesprochen. Das ist eine der höchsten Zustimmungsraten, die je eine Abstimmung der Eidgenossen erre

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Artenschutzkonferenz in Bangkok Ausverkauf der Natur JESSICA KLEINEHELFTEWES ...
Das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites), das am 3. März 1973 unterzeichnet wurde, ist einer der ältesten Umweltverträge der Welt. Die Ziele sind hoch: den weltweiten Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten regulieren und deren Überleben sichern. Tatsächlich konnten in der Vergange

Mitteldeutsche Zeitung: zu SPD/Bürgerbeteiligung ...
Die Nagelprobe für die Bürgerbeteiligung steht allerdings auch bei der SPD noch aus. So muss ein Parteitag letztlich darüber befinden, ob die Vorschläge in dem Wahlprogramm Bestand haben. Einem längst angepeilten Mindestlohn von 8,50 Euro zuzustimmen ist einfach. Auch die Entlastung der Kommu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z