Neue OZ: Kommentar zu Vatikan / Kirchen / Papst
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Es ist ein neuer Stil und ein neuer Ton, den der neue Papst
Franziskus im Vatikan eingeführt hat. Frisch, fromm, fröhlich, frei
spricht das Kirchenoberhaupt vor der jubelnden und neugierigen
Menschenmenge vor dem Petersdom oder zu den Journalisten. Er zeigt
sich bodenständig, macht kleine Scherze und spricht über (zumindest
bisher öffentlich) ungewohnte Leitthemen wie Armut, Barmherzigkeit
oder Verzeihung. Seine herzlichen Umgangsformen und seine Einfachheit
stehen im Kontrast zur kühlen Vernunft des aus Deutschland
stammenden, hochgelehrten Vorgängers. Die ungewohnten Gesten und
Worte machen Franziskus zum Sympathieträger und sorgen schon wenige
Tage nach seiner Wahl für so etwas wie Aufbruchstimmung in der
katholischen Welt.
Zwar wird noch immer über das Verhalten Jorge Mario Bergoglios zur
Zeit der argentinischen Militärdiktatur während der Jahre 1976 bis
1983 diskutiert. Doch handfeste Beweise für den Vorwurf, der Jesuit
habe mit den damaligen Machthabern paktiert, liegen bisher nicht vor.
Im Gegenteil: Auch Menschenrechtler aus seiner Heimat tragen durch
ihre Aussagen dazu bei, dass die Vorwürfe gegen ihn eher entkräftet
statt erhärtet werden. Nun stellt sich die Frage, welche
Personalentscheidungen Papst Franziskus für die Kurie treffen und wie
er mit den Ergebnissen des "Vatileaks"-Berichtes umgehen wird.
Überraschungen sind auch da nicht ausgeschlossen.
Christof Haverkamp
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Datum: 17.03.2013 - 22:00 Uhr
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