EU-Studie bestätigt: Filesharing fördert Absatz von Kulturgütern
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EU-Studie bestätigt: Filesharing fördert Absatz von Kulturgütern
Das Institut für technologische Zukunftsforschung der EU-Kommission (IPTS) hat in einer repräsentativen Studie festgestellt, dass Filesharing keineswegs zu den von Musikindustrie-Verbänden häufig angeführten Umsatzeinbrüchen geführt hat.
Ganz im Gegenteil hat auch diese Studie jene Studien der Vergangenheit bestätigt, die durch höhere Filesharing-Zirkulation auch einen Zuwachs von realen Umsätzen nachweisen konnten. Die vielfache Behauptung der Musikindustrie, legalisiertes Filesharing würde Onlineangebote unattraktiv machen, konnte ebenfalls widerlegt werden, denn steigendes Filesharing führt laut der Studie auch zu steigender Nutzung von kommerziellen Portalen der Industrie.
Bruno Kramm, bayerischer Spitzenkandidat für die Bundestagswahl und Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei, fasst zusammen: »Der dritte Korb der Urheberrechtsreform ist bisher ein ärmliches Zeugnis reiner Lobbykratie. Mit der Legalisierung des Filesharings könnte die Bundesregierung endlich den Knoten hin zu mehr kultureller Vielfalt und Chancengleichheit aller Urheber platzen lassen und mit dem dritten Korb ein beispielhaftes Signal für eine innovative, individuelle und blühende Kulturlandschaft geben. Statt Restriktion und Einhegung muss der Fokus auf der freien Zirkulation von Kultur liegen. Filme, Bücher und Musik wollen gesehen, gelesen und gehört werden. Konsumenten, die sich an ihnen erfreuen, honorieren das auch. Die Studie der EU-Kommission ist somit ein leuchtender Beweis für die Tragfähigkeit der Urheberrechtskonzepte und des Menschenbildes der PIRATEN.«
Die Diversifizierung und Verbreitung eines vielfältigen und nicht selektiv auf Massenprodukte zugeschnittenen Kulturangebots mag zwar zu Einbrüchen bei den IFPI-Konzernen geführt haben. Sie ist jedoch Ausdruck einer kreativen und aktiven Kulturszene, die gerade durch die monopolisierten Strukturen großer Konzerne blockiert wird. Das Argument der Industrie, Urheber würden ohne finanziellen Anreiz nicht schöpferisch tätig sein, widerspricht einer ständig wachsenden alternativen Kulturszene mit weiterhin wachsenden Nischen.
»Gerade unter dem Druck des bisherigen monopolistschen Vermarktungssystems haben besonders unbekanntere Urheber selten eine Wahlmöglichkeit und müssen sich in die Verwertungskette der Industrie einspannen lassen, um überhaupt erfolgreich sein zu können. Nur ein radikal vereinfachtes Urheberrecht, das auf Verkürzung der Schutzfristen, umfassende Fair-Use-Regelungen und die Legalisierung des Filesharings baut, dient dem innovativen Kulturstandort Europa und seinen Menschen«, erklärt Bruno Kramm.
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Datum: 19.03.2013 - 13:21 Uhr
Sprache: Deutsch
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