Neue OZ: Kommentar zu Museumsobjekte
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Ob später einmal iPad-Hüllen oder Liebesschlösser im Museum von
Besuchern einer künftigen Generation bestaunt werden? Die Frage
klingt nicht nur heute hypothetisch. Sie wäre für Menschen des
Mittelalters mit Blick auf ihre Lebenswelt wohl nicht einmal
vorstellbar gewesen. Aber heute betrachten wir, was vor Jahrhunderten
den Alltag prägte - als Gebrauchsobjekt wie das Almosen-Täschchen
oder als Medium wie die Gebetsnuss mit mikroskopisch kleinen
Schnitzereien. Langweilige Hinterlassenschaften? Mitnichten.
Museumsobjekte faszinieren als Fahrzeuge der Zeitreise. Sie führt
vielleicht nicht direkt zu den Menschen der Vergangenheit, wohl aber
in ihren körperlichen Nahbereich, in ihre Alltagswelt, ihre Medien.
Mit Objekten werden Themen, Vorlieben und Hoffnungen lesbar. Sie
unterscheiden sich in zentralen Aspekten oft nicht einmal so
dramatisch von den Lebensfragen, die Menschen heute bewegen. Das neue
Interesse für Ausstellungen zur Geschichte und Kunst ferner
Jahrhunderte weist seit Jahren genau darauf hin. Die Hamburger
Wiedereröffnung trifft deshalb einen Nerv. Mittelalter ist spannend -
und wie.
Stefan Lüddemann
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Datum: 22.03.2013 - 22:00 Uhr
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