Neue OZ: Kommentar zu Kunst/Leute/Auto
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Das Flügelauto hat einen frischen Stempel im Inspektionsheft, Köln
endgültig eine künstlerische Altlast auf dem Turm. Das protzige
Pharaonengold überzieht eine Kunstidee von vorgestern. Sie stammt aus
einer Zeit, die noch aus der Zivilisationskritik eine fette
Wohlstandsgeste machte.
HA Schult führte mit dem Flügelauto erstmals vor, was er seitdem
endlos oft wiederholt hat - wie Kunst als Markenlabel verjuxt werden
kann. Das Versprechen des Oberbürgermeisters, die Kunstkarosse würde
jetzt für immer da bleiben, muss deshalb wie eine Drohung wirken -
gerade für den Ruf Kölns als Kunststadt.
Das Schwingenpaar täuscht einen Elan vor, den Köln gerade in der
Kulturpolitik in den letzten Jahren kaum noch entfaltet hat. Der
fulminante Start ist Wunschbild, die Bruchlandung leider immer wieder
Realität. Spielt es da noch eine Rolle, dass Köln den "Fetisch Auto"
just in einer Zeit aufpoliert, in der immer weniger junge Leute im
Auto die Erfüllung ihrer Wunschträume erblicken?
Stefan Lüddemann
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 04.04.2013 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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