Neue OZ: Kommentar zu Arbeitsmarkt / Ausbildung
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Rein rechnerisch ist alles im Lot: Laut Statistik der
Bundesagentur für Arbeit kommt auf jeden Bewerber eine Lehrstelle.
Das bedeutet gute Aussichten für Schülerinnen und Schüler, die sich
gegenwärtig um einen Ausbildungsplatz bemühen. Nach Jahren der
Lehrstellenknappheit können die meisten jungen Leute heute gelassen
in die Zukunft sehen.
Einige dunkle Flecken stören freilich das auf den ersten Blick so
freundliche Bild. So beklagen sich Handwerksmeister und Firmenchefs
nach wie vor über mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber. Die
Leistungsstarken eines Jahrgangs streben meist ein Studium an. Bei
den Übrigen müssen Arbeitgeber immer häufiger ein Auge zudrücken,
ihre Anforderungen senken oder gar eine Absage erteilen.
Das kann so nicht bleiben. Denn angesichts geburtenschwacher
Jahrgänge kommt es auf jeden einzelnen Schulabgänger an. Damit der
Fachkräftemangel nicht zum Bremsklotz der Wirtschaft wird, müssen
alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen: Firmen und Schulen,
aber auch die Schüler selbst und die Elternhäuser.
Wenn erst in Klasse neun oder zehn das Interesse an den Leistungen
des Nachwuchses erwacht, ist es meist zu spät. Stattdessen sind von
Anfang an Aufmerksamkeit und Ansporn gefragt. Schulen und Betriebe
können viele Schwächen junger Leute ausgleichen, aber längst nicht
alle. Auch die Eltern müssen mit ran, so sie es denn können.
Uwe Westdörp
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Datum: 16.04.2013 - 22:00 Uhr
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