Lausitzer Rundschau: Hoeneß und sein Goldstück
Nachricht über den Götze-Transfer hilft dem Bayern-Präsidenten
ID: 859182
37 Millionen Euro! Eine Nachricht, die in den Medien und an den
Stammtischen nur von wenigen Ereignissen übertroffen werden könnte:
Sicherlich ein toter Papst, wohl der Rücktritt der Kanzlerin - aber
ansonsten wäre und ist dieser Transfer des begehrtesten deutschen
Profis das Top-Thema schlechthin. Und das macht den Fall Götze so
delikat. Er ist nicht nur Paradebeispiel dafür, wie die
Fußballbranche funktioniert, sondern lässt auch erahnen, welche
machtvollen Allianzen im Hintergrund Geschäfte machen. Die
Verpflichtung ist für die Münchner nämlich nicht erst gewinnbringend,
wenn Götze das erste Tor im Bayern-Trikot schießt. Schon die
Nachricht ist Gold wert. Wohl nicht umsonst wird der Transfer genau
dann öffentlich, wenn die Fußball-Republik ob der deutsch-spanischen
Halbfinals in der Champions League und der Steueraffäre um
Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß ohnehin schon hysterisch nach Luft
schnappt. Den besten Dortmunder per Sofortüberweisung wegzuholen, ist
eine Machtdemonstration sondergleichen. Typisch Bayern: die Gegner
schwächen, die eigene Elf stärken - nicht zuletzt dank dieser
Strategie stehen 23 Meistertitel in der Vitrine. Keine Frage, Götze
zu verpflichten, ist sportlich absolut nachvollziehbar. Der künftige
Trainer Guardiola bekommt mit dem 20-Jährigen den deutschen
Fußball-Messi(as) - und kann ein System aufbauen, wie er es in
Barcelona um den argentinischen Superstar perfektioniert hat. Für
Fußball-Ästheten eine verheißungsvolle Vorstellung, Götze im ohnehin
brillanten Bayern-Ensemble zu erleben. Doch es bleibt der äußerst
fade Beigeschmack des Zeitpunkts der Veröffentlichung: Die
"Bild"-Zeitung berichtete um Punkt Mitternacht exklusiv von dem Deal,
der ihr womöglich direkt aus der Münchner Vereinsspitze gesteckt
worden ist. Und die gäbe dieses Nachrichten-Goldstück garantiert
nicht ohne Gegenleistung her. Es ist vielleicht wohlkalkuliert, dass
nun bei Bayerns innerdeutschen Thronrüttlern in Dortmund ausgerechnet
vor den wichtigsten Spielen der jüngeren Vereinsgeschichte große
Unruhe herrscht. Doch das ist wohl sogar nur ein angenehmer
Nebeneffekt. Es steht zu befürchten, dass die Münchner beim
meinungsmachenden Stammtisch-Blatt eine Samthandschuhbehandlung in
Hoeneß' Steueraffäre ausgehandelt haben. Der allmächtige
Bayern-Präsident soll mit dem Springer-Konzern ebenso gut vernetzt
sein wie in höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreisen. Seine
Macht geht offensichtlich weit über das Fußballgeschäft hinaus.
Anders als dem Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff ist es ihm
deshalb zuzutrauen, eine ähnlich gelagerte Affäre halbwegs unversehrt
zu überstehen. Doch sollte Hoeneß den Fall Götze tatsächlich für
seinen privaten Vorteil genutzt haben, hätte er erneut das getan, was
er offenbar auch jenseits des Saubermann-Lebens mit den Millionen in
der Schweiz gemacht hat: fragwürdige Geschäfte.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.04.2013 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 859182
Anzahl Zeichen: 3375
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 209 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Hoeneß und sein Goldstück
Nachricht über den Götze-Transfer hilft dem Bayern-Präsidenten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Lausitzer Rundschau: Nur für den Bagatellfall Zur Debatte über die strafbefreiende Selbstanzeige ...
Die Steuerbetrüger rennen den Steueranwälten derzeit die Bude ein. Sie suchen Rat, einen Ausweg vor der drohenden Strafe. Die Selbstanzeige. Aber Einsicht und Reue gehören nicht zu den Motiven. Eher schon die Steuer-CDs aus der Schweiz, die Gefahr von Entdeckung. Die meisten wollen sich nicht
RNZ: Der Mix macht's - Kommentar zu Städtetag Mietwucher ...
Bislang können Eigentümer immer dann, wenn die von ihnen vermietete Wohnung frei wird, so viel auf die Miete aufschlagen, wie sie wollen und der Markt hergibt. An wirtschaftlich attraktiven Standorten hat das in den letzten Jahren zu einer Mietpreisexplosion geführt. Die Folge: Kaum einer kan
RNZ: Bellende Hunde - Kommentar zu Friedrich/Voßkuhle ...
Tatsächlich haben die Karlsruher Richter derzeit in Andreas Voßkuhle einen sehr machtbewussten Vorsitzenden mit erstaunlichem Gestaltungswillen. (...) Selten hat sich einer seiner Vorgänger so offen zum politischen Geschehen geäußert oder gar - wie im Fall des Ehegattensplittings für Homose
Stuttgarter Zeitung: Die Kritik des Innenministers am Verfassungsgericht istüberzogen / Kommentar zu Richterschelte ...
Die Gewaltenteilung ist ein tragender Pfeiler demokratischer Rechtsstaaten. In den politischen Alltag übersetzt, heißt das: Die Regierung hat sich nicht in die Belange der Gerichte einzumischen. Umgekehrt gilt das genauso. Nun ist Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, g




