neues deutschland: Steueroase Bayern
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genützt. Bayerns Ministerpräsident Seehofer ist vom Hoeneß-Skandal
längst eingeholt. Da kann er noch so vehement den Vorwurf der
Kungelei von sich weisen - die Nähe des FC Bayern-Präsidenten zur
CSU, auf die Münchner Staatskanzlei wie Parteizentrale jahrelang
stolz waren, kann den Parteigranden fünf Monate vor der Landtagswahl
tüchtig auf die Füße fallen. Das übrigens nicht nur, weil der
Fußballmanager und Würstchenfabrikant mit dem Hang zu großen Worten
und noch größeren Konten sich in der öffentlichen Bewertung seiner
bislang heimlich gepflegten Asozialität tüchtig verspekuliert hat.
Auch, weil sich immer stärker die Frage aufdrängt, seit wann und wie
umfassend Seehofer davon weiß - und warum er untätig blieb. Und es
kann dem Landesvater freilich auch nicht gefallen, dass im Zuge der
Affäre zwangsläufig die einzigartige Nähe von Politik und Wirtschaft
wie auch der spezielle bayerische Umgang mit Steuern in den Fokus
gerät. Das weiß-blaue Paradies - das andere gar so gern über den
richtigen Umgang mit Geld belehrt und gerade gegen den
Länderfinanzausgleich klagt - scheint nämlich eine wahre Steueroase
zu sein. Wenn stimmt, dass in bayerischen Steuerverwaltungen seit
Jahren der Rotstift regiert und Betriebe oft Jahrzehnte nicht geprüft
werden, weshalb der Rechnungshof von Steuerausfällen im dreistelligen
Millionenbereich spricht, hätte Hoeneß sich eigentlich den Umweg über
die Schweiz sparen können.
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Datum: 24.04.2013 - 18:22 Uhr
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