Neue OZ: Kommentar zu Türkei / Konflikte / Kurden
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Es gab schon unzählige Friedensangebote der kurdischen
Arbeiterpartei PKK und ihres inhaftierten Terror-Chefs Abdullah
Öcalan, doch noch immer flammen Kämpfe im Grenzgebiet zum Irak und
dem Iran auf.
Jetzt will Öcalan offensichtlich abermals der Gewalt abschwören.
Aber seine Ankündigung des vermeintlichen Truppenabzugs sollte mit
Vorsicht aufgenommen werden. Die meisten der verbliebenen PKK-Kämpfer
verschanzen sich ohnehin schon seit Jahren im Nordirak. Wenn Öcalan
es wirklich ernst meint und trotz seiner Haft noch das Hauptkommando
führt, sollte er die Zeichen der Zeit endlich erkennen und das
Niederlegen aller Kalaschnikows anordnen. Die PKK ist militärisch am
Ende, und der Kurden-Konflikt ist mit Waffengewalt ohnehin nicht zu
lösen.
Öcalan will sich einmal mehr als Führer aller Kurden in der Türkei
präsentieren, obwohl sein Rückhalt in der Bevölkerung in
Südostanatolien schwindet. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan
dürfte in dem Rebellenführer ein wichtiges Mosaiksteinchen für einen
Friedensschluss sehen.
Dabei weiß Erdogan genauso wie die meisten Kurden-Parteien, dass
die Lösung des Konflikts nur eine politische sein kann. Das heißt:
Die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn auch der letzte Terrorist
mit dem sinnlosen Morden aufhört. Erdogan hat der Minderheit bereits
neue Rechte eingeräumt, doch es bleibt noch viel zu tun.
Michael Clasen
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Datum: 09.05.2013 - 22:00 Uhr
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