Lage der Stahlindustrie bessert sich kurzfristig nicht
Die Lage der Stahlindustrie ist schlecht und in nächster Zeit wird nicht mit einer wesentlichen Besserung gerechnet. Das ist das Fazit, das der bvse-Branchendienst schrott-info.de aus dem Diskussionsverlauf des 2. Dow Jones Stahlmarkt Dialogs 2009 zieht.
Moffart stellte vielmehr klar, dass nach seiner Ansicht die Lösungen von der Industrie und den einzelnen Länder gefunden werden. Seiner Meinung nach ist der Bodensatz in der Stahlindustrie erreicht und sie erholt sich auf einem sehr niedrigen Niveau. Das laufende Jahr wird nach seiner Einschätzung noch sehr schwierig sein, wobei sich in der zweiten Jahreshälfte die Preise stabilisieren werden und dann in 2010 eine sehr langsame Erholung auf niedrigem Niveau einsetzen werde.
Die Stahlindustrie unternimmt nach seinen Worten allergrößte Anstrengungen das Angebot mit der schwindenden Nachfrage in Einklang zu bringen. Aber je mehr die Werke die Produktion gedrosselt hätten, desto tiefer sei die Nachfrage gefallen. Niemand habe mit einer solchen Entwicklung gerechnet. Es sei auch durchaus möglich, dass der enorme Kapazitätsaufbau in den vergangenen Jahren die Erholung nachhaltig belasten werde.
Ein noch schwärzeres Bild des Marktes zeichnete Ralf Senf, Leiter Materialwirtschaft/Einkauf der Meyer Werft GmbH in Papenburg. Nach seinen Worten gibt es kaum neue Aufträge, aber Stornierungen. So liegen bereits heute rund 1000 Schiffe auf und alle zwei Tage kommt ein weiteres dazu. Die Hälfte davon sind Containerschiffe. Mehr als 450 Aufträge wurden weltweit bislang storniert, davon betroffen sind auch erste Yachtaufträge.
Weltweit wurden im Jahre 2007 395 Schiffe pro Monat bestellt, im Dezember 2008 waren es noch 7 und im Januar 2009 noch 9 Schiffe. In Deutschland wurden bisher 40 Schiffsaufträge storniert. Im Bereich der Bulker und Containerschiffe ist die Nachfrage praktisch zusammengebrochen. Ein größerer Neubaubedarf ist in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht zu erwarten. Nachfrage wird es lediglich in Nischen geben, von denen die Meyer Werft nach eigenen Angaben profitieren wird. Die Folge wird ein noch härterer Wettbewerb sein.
Redakteurin: Birgit Guschall-Jaik, bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Datum: 02.05.2009 - 11:36 Uhr
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Freigabedatum: 03.05.2009
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