Neue OZ: Kommentar zu Verteidigung/Bundeswehr/Rüstungsindustrie/Drohnen
ID: 872584
Der Skandal um die Drohne "Euro-Hawk" ist gleich doppelt peinlich
für die Bundesregierung. Erstens hat das Verteidigungsministerium
eine halbe Milliarde Euro verschleudert. Zweitens kommt diese
Nachricht in einer Zeit, in der ohnehin leidenschaftlich um die
Anschaffung bewaffneter und unbewaffneter Drohnen für die Bundeswehr
gestritten wird.
In dieser Debatte haben beide Seiten sehr gute Argumente.
Einerseits besteht das Risiko, dass vor allem die bewaffneten
Varianten dieser unbemannten ferngesteuerten Fluggeräte zu
leichtfertig eingesetzt werden - und so das Leben von Zivilisten
gefährdet wird. Andererseits könnten die Maschinen deutsche Soldaten
vor erheblichen Gefahren bewahren.
Dass in diese schwierige und notwendige ethische Debatte die
Nachricht von Geldverschwendung platzt, ist vor allem ein Debakel für
Verteidigungsminister de Maizière, der die Anschaffung der
Flugroboter befürwortet. Wer sich solche Patzer leistet, darf nicht
klagen, wenn die ohnehin schwindende Akzeptanz von Drohnen in der
deutschen Öffentlichkeit nun weiter schrumpft.
Das ist schade, denn die Möglichkeiten der Drohnen-Technik hätten
es verdient, gründlich und fair diskutiert zu werden. Weil nun auch
noch der Bundestagswahlkampf naht, sollte de Maizière seine Pläne auf
Eis legen. Die Debatte kann danach gegebenenfalls fortgesetzt werden
- wenn sich die öffentliche Stimmung abgekühlt hat.
Georg Kern
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Datum: 15.05.2013 - 22:00 Uhr
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