Vorabmeldung "Kontraste", 16.05.2013, Prostatakrebs: SPD-Politiker Lauterbach fordert gesetzliche Bedenkzeit für PSA-Test
ID: 873306
mit einer Gesetzesänderung das weit verbreitete Geschäft mit
sogenannten PSA-Bluttests zur Früherkennung von Prostatakrebs
einzudämmen. "Man muss vor dem Test warnen", sagte der
Bundestagsabgeordnete dem ARD-Magazin "Kontraste" (Donnerstag, 16.
Mai, 21.45 Uhr). Zum Schutz vor überflüssigen Diagnosen und
Operationen forderte Lauterbach, den Test nur noch dann zu verkaufen,
wenn Patienten zuvor eine Bedenkzeit eingeräumt wird. "Wenn man den
Test zulässt obwohl man sich nicht gut auskennt und das Ergebnis ist
nicht gut, kann man den Rest seines Lebens damit verderben."
Die gesetzlichen Krankenkassen lehnen die PSA-Tests zur
Früherkennung ab. Wer sich testen lassen will, muss den Test aus
eigener Tasche bezahlen. Laut AOK lassen in Deutschland dennoch jedes
Jahr etwa 700.000 Männer den Test auf Empfehlung ihres Arztes
durchführen. Das Problem aus Sicht vieler Wissenschaftler: Häufig
werden Patienten bei einem positiven Befund operiert oder bestrahlt,
obwohl ihr Tumor nicht gefährlich ist und eine medizinische
Beobachtung ausreichen würde. Häufige Nebenwirkungen der Operationen
sind Impotenz und Inkontinenz.
"Es ist ein großes Ärgernis, dass Urologen bei dem PSA-Test immer
wieder den Eindruck erwecken, das sei ein wichtiger Test, den man
unbedingt zur Früherkennung braucht", sagte Florian Lanz vom
GKV-Spitzenverband der ARD. In den USA warnt mittlerweile eine
Expertengruppe der amerikanischen Regierung vor dem PSA-Test.
Die Deutsche Gesellschaft für Urologie hält aller Kritik zum Trotz
weiter an dem umstrittenen Bluttest fest. Bei dem heutigen
Wissensstand seien die Fachärzte verpflichtet, den PSA-Test zu
empfehlen, wenn sich Patienten nach Vorsorgemöglichkeiten
erkundigten, sagte der Präsident der Gesellschaft, Michael Stöckle,
der ARD. Die Ärzte kämen "gar nicht drum herum", diesen Test
anzubieten.
Sendung: "Kontraste", im Ersten, 16. Mai 2013, 21.45 Uhr
Internet: www.rbb-online.de/kontraste
Pressekontakt:
rbb-Redaktion Kontraste, Reinhard Borgmann, (030) 97993 22800
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Datum: 16.05.2013 - 15:09 Uhr
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