Neue OZ: Kommentar zu USA/Kunst/Auktion
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Ist das nun verrückt, übergeschnappt oder - gemessen an all dem
Elend auf dieser Welt - sogar unanständig? Christie's Auktionsrekord
verschiebt gleich mehrere Fabelwerte so deutlich nach oben, dass auch
abgebrühte Beobachter der Szene in Ekstase geraten müssen. Dabei
waren Auktionsrekorde zuletzt zur lässig durchgewinkten
Nachrichtenroutine geworden. Und jetzt das. Unglaublich.
Dabei wirft der Rekord Fragen auf. Darf wirklich so viel Geld für
Kunst bezahlt werden? Eine halbe Milliarde: Was hätte damit alles
bewirkt werden können? Das fragt sich auch der Liebhaber der Werke
von Pollock und Co. Und woher kommt all das Geld? Parallel zum
Auktionsrekord kocht die Debatte um Steueroasen hoch. Ist wirklich
Schelm, wer da eine Verbindung sieht? Bemalte Leinwände verdienen
offenbar mehr Vertrauen als alle Geldwährungen. So viel ist sicher.
Der Rekord darf aber nicht blenden. Denn das Geld sagt nichts über
den eigentlichen, den ideellen Wert der Kunst. Die Debatte darum muss
neu in Gang kommen. Denn keine Million wiegt den wahren Wert der
Kunst auf.
Stefan Lüddemann
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Datum: 16.05.2013 - 22:00 Uhr
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