Lausitzer Rundschau: Nach dem Finale der Champions League
Hohe Ansprüche
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hinterlassen in London. Nicht nur die Tatsache, dass erstmals zwei
deutsche Teams um den wichtigsten Titel des Vereinsfußballs spielten,
sondern auch das Niveau dieses Endspiels ist ein Signal für Europa.
Der deutsche Vereinsfußball hat sich ganz oben auf dem Kontinent
etabliert. So mancher spricht von der Dämmerung einer neuen Ära der
Bayern-Dominanz und vergisst dabei, dass die längst im Gange ist. In
vier Jahren standen die Münchner dreimal im Finale der Champions
League. Dortmund hat in diesem Jahr mit großem Nachdruck die Bühne
erobert. London sandte nicht nur ein Signal im Vereinsfußball aus. Im
Finale war schließlich ein großer Teil der Nationalmannschaft bei der
Arbeit zu bestaunen, und im Halbfinale wirkten bei Real Madrid die
Spitzenkräfte Özil und Khedira mit. Das wird Bundestrainer Joachim
Löw freuen. Es bringt ihn allerdings auch unter Druck. Denn die
großen Darbietungen seiner Jungs in ihren Vereinen macht die
Erwartungen an die Nationalmannschaft nicht kleiner. Seit der
Europameisterschaft 1996, seit dem Triumph von Berti Vogts'
Mannschaft im Vorgängerbau dieses Wembleystadions, wartet Deutschland
auf einen Titel der Nationalmannschaft. Und wenn nun schon Bastian
Schweinsteiger und Philipp Lahm stellvertretend für ihre Kollegen aus
der vermeintlich goldenen Generation im Klub das Trauma besiegt
haben, sollte das doch auch bei der Weltmeisterschaft 2014 in
Brasilien für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bunds möglich sein.
So ungefähr werden die Erwartungen formuliert. Die Schwächen von
Innenverteidigern wie dem Münchner Jerome Boateng und dem Dortmunder
Mats Hummels werden dabei großzügig ausgeblendet. Genau wie der
Mangel an Außenverteidigern internationaler Klasse. Aber es gibt
allerdings bedeutend Schlimmeres als hohe Ansprüche. Sie sind ein
Beleg für den Stellenwert des deutschen Fußballs. Da gab's auch mal
ganz andere Zeiten. Deshalb war der Samstag von Wembley ein echter
Feiertag.
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Datum: 26.05.2013 - 21:01 Uhr
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