Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Neue Regelungen für den Online-Handel
Kompetenz ist gefragt
MATTHIAS BUNGEROTH
ID: 900371
Online-Handel jubelt über zweistellige Wachstumsraten. Doch oft ist
es ein teuer erkauftes Wachstum. Über Zahlen wird nicht oder
höchstens hinter vorgehaltener Hand geredet. Große Player schreiben
unter dem Strich rote Zahlen. Deshalb ist die öffentlich gezeigte
Jubelstimmung in diesem Einzelhandelssegment auch mit Vorsicht zu
genießen. 10 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in
Deutschland, sagt der Versandhandel selbst, entfallen derzeit auf den
Online-Bereich. Während der stationäre Einzelhandel stagniere, wachse
das Geschäft per PC, Smartphone oder Tablet beständig. Im
Umkehrschluss heißt dies allerdings auch: 90 Prozent der Verbraucher
in Deutschland setzen nach wie vor auf den stationären Einzelhandel.
Das ist ein Pfund, mit dem dieser Sektor wuchern kann. Beratung und
Service sind gefragt, und dies wird - gerade im Technikbereich - auch
so bleiben. Bei den Textilien ersetzt der Online-Handel das haptische
Erlebnis des Anfassens und Anprobierens durch ein exzessives Hin- und
Herschicken der Waren. Von zehn online gekauften Jeans werden sechs
wieder zurückgeschickt, hat die Verbraucherzentrale NRW ermittelt. Ob
es auf unabsehbare Zeit so sein wird, dass der Online-Handel die
Kosten für diesen Aufwand trägt, steht in den Sternen. Der stationäre
Einzelhandel hat die Chance zu beweisen, dass er mit Kompetenz Kunden
halten und auch zurückgewinnen kann.
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Datum: 28.06.2013 - 20:30 Uhr
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