Neue OZ: Kommentar zuÄgypten
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Alles auf Anfang: Das muss jetzt das Motto für Ägypten sein. Der
erste Versuch, das Land nach den Jahrzehnten unter Husni Mubarak zu
einer Demokratie umzuformen, ist gescheitert. Mohammed Mursi hat das
in ihn gesetzte Vertrauen enttäuscht: Anstatt wie versprochen der
Präsident aller Ägypter zu werden, hat er schon früh deutliche
Schritte in Richtung seiner Islamisten gemacht, mit Mitteln, die
unter demokratischen Gesichtspunkten fragwürdig sind. Damit hat er
liberale Ägypter außen vor gelassen. Gerade sie aber sind für die
Neu- und Mitgestaltung des Landes besonders wichtig. Mursi scheint
das jetzt begriffen zu haben, aber warum sollten seine Gegner ihm
noch glauben, dass er selbst willens und in der Lage ist, den
erwünschten Neustart zu begleiten? Es dürfte nur noch eine Frage der
Zeit sein, bis Mursi sich dem Druck, der auf ihm lastet, beugen muss.
Es wird sich dann zeigen, ob er damit zu lange gewartet hat. Denn
dass sich nun die Armee eingemischt hat, ist beunruhigend. Niemand
weiß genau, wohin sie Ägypten steuern wird, die einzig brauchbare
Richtung wäre die zu Neuwahlen. Es bleibt deshalb nur zu hoffen, dass
das Militär nicht die eigene Machterhaltung als Zweck der Übung
sieht, sondern die Hoffnungen vieler Oppositioneller erfüllt. In dem
Fall würde sie lediglich dem zweiten Anlauf des Landes zur
Demokratisierung auf den Weg helfen, und sich so schnell es geht
wieder zurückziehen.
Anne Diekhoff
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Datum: 03.07.2013 - 22:00 Uhr
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