Neue OZ: Kommentar zu Leiharbeiter
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Das Timing hätte nicht schlechter sein können: Während viele in
der Region nach wie vor schockiert sind über den Tod zweier Arbeiter
in einer Massenunterkunft, kann sich die Meyer Werft einen
700-Millionen-Euro-Auftrag sichern.
Gratulation an die Schiffsbauer. Aber jetzt darf keinesfalls zur
Tagesordnung übergegangen werden. Viel zu viele Fragen sind
unbeantwortet.
Das gilt im Übrigen auch für die Politik. Die beiden
Landesminister Lies und Meyer, die sich vor Kurzem noch über
skandalöse Bedingungen in der Fleischindustrie beklagt haben, sind
erstaunlich still. Gerade jetzt, da offenbar wird, dass Missstände
auch in anderen niedersächsischen Wirtschaftszweigen anzutreffen
sind. Ist der Elan, die Missstände zu bekämpfen, etwa schon
verflogen?
Das wäre falsch. West-Niedersachsen wacht gerade erst auf. Den
Bürgern fallen die Tausenden ausländischen Arbeiter auf, die tagsüber
in den Fabriken verschwinden. Vermieter müssen sich für die
Geschäftemacherei mit heruntergekommenen Immobilien rechtfertigen.
Und Unternehmern wird vorgehalten: Wer Subunternehmer für sich
arbeiten lässt, der trägt zwar keine juristische Verantwortung. Ganz
bestimmt aber die moralische.
Der nächste Schritt lautet, sich einen Überblick über die Zahl der
ausländischen Arbeiter zu verschaffen. Wie sollen Missstände bekämpft
werden, über deren Ausmaß keine Klarheit herrscht? Eine Meldepflicht
für Werkverträge muss her.
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Datum: 16.07.2013 - 22:00 Uhr
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