Badische Neueste Nachrichten: Sparzwänge
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble immerhin im Handgepäck: Mit
100 Millionen Euro will sich Berlin an einem Wachstumsfonds in
Griechenland beteiligen. Aber was sind 100 Millionen im Vergleich mit
den Milliardenbeträgen, für die Deutschland geradesteht? Der Besuch
des Berliner Ministers in Athen wird gewiss kein Zuckerschlecken -
trotz des "Mitbringsels". Seit Tagen lähmen Streiks das öffentliche
Leben in der griechischen Hauptstadt. Mitarbeiter des öffentlichen
Dienstes machen mobil gegen die Stellenstreichungen, die im Zuge der
Sparmaßnahmen notwendig sind. In den vergangenen Jahrzehnten
entwickelte sich die griechische Verwaltung zu einem Moloch, der zwar
viele Arbeitsplätze bot, aber völlig ineffektiv arbeitete. In Zeiten
der Finanznot führt an schmerzhaften Einschnitten kein Weg vorbei -
da mag der Protest noch so lautstark vorgetragen werden. Wenn Athen
möchte, dass die Partnerländer auch künftig finanzielle Solidarität
üben, gilt es, die Bedingungen der Troika buchstabengetreu zu
erfüllen. Gar zu gerne würde sich die Regierung in Athen von den
ungeliebten Sparzusagen verabschieden. Es würde nicht lange dauern
und der alte Schlendrian wäre zurück. Regierungschef Samaras hat es
aber bislang nicht geschafft, den Griechen die Sparnotwendigkeiten zu
vermitteln. Es fehlt an Visionen und an einem gemeinsamen Ziel. Für
viele Griechen sind die Euro-Partner und speziell die Deutschen die
bösen Buben. Dabei müssen die Hellenen vor der eigenen Tür kehren.
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Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
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Datum: 17.07.2013 - 22:45 Uhr
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