Ex-SPD-Vorsitzender Kurt Beck: "Steinbrück-Berichterstattung nicht objektiv"
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ARD-Politikmagazin "Panorama" die Berichterstattung über Peer
Steinbrück als nicht objektiv kritisiert. Beck: "Wenn mit gleicher
kritischer Elle die Arbeit der jetzigen Bundesregierung gemessen
würde, würde ich sagen: 'In Ordnung, lieber Peer Steinbrück - das
musst du dir gefallen lassen'. Aber wir haben eine Regierung, die
nicht regiert. Und das wird einfach so hingenommen."
Man habe sich auf Seiten vieler Medien offenbar entschlossen, die
Eigenschaften, die man früher an Peer Steinbrück gelobt habe - seine
direkte Sprache und die auch mal impulsive Art, Probleme anzusprechen
- jetzt einfach ins Negative umzudrehen, so Beck in "Panorama". So
bezeichnete er beispielweise die Berichterstattung über das
Kanzlergehalt als "Fallenstellerei": "Nicht dass der Satz oder die
Aussage unwahr ist, aber sie ist so aus dem Zusammenhang gerissen,
und zwar mit Absicht, um Empörung zu erzeugen. Und das nenne ich ein
besonders Maß an Unwahrheit. Denn dann muss jeder Mensch annehmen:
Ja, wenn der Steinbrück Kanzler wird, dann ist ihm das Gehalt zu
niedrig. Und darum ging es in dem Interview wirklich nicht."
Auch die Spekulationen verschiedener Medien, ob der emotionale
Auftritt mit seiner Frau Gertrud auf einer SPD-Veranstaltung im Juni
kalkuliert war oder nicht, kritisierte Beck scharf. "Er hatte ja ein
Stimmversagen aus einer gewissen Ergriffenheit. Und das dann wieder
so runter zu machen, das finde ich einfach eine dümmliche
Umgehensweise mit Menschen. Menschlich ist es ohnehin nicht."
Journalismus müsse frei sein und ganz viele Spielräume haben, so Beck
weiter. "Aber viel Freiheit muss eben auch viel Verantwortung
bedeuten. Und das kann ich nicht immer ausreichend erkennen."
Beck selbst sicherte Steinbrück seine volle Unterstützung zu.
"Alle, die ihn gewählt haben, und ich habe dazugehört, wussten, wie
er ist. Und jetzt stehe ich auch dazu. Man kann nicht jemand ins
Rennen schicken und dann unterwegs sagen: 'Nee, der bewegt die Füße
so komisch'. Ich könnte jetzt auch anfangen rumzukritisieren. Aber
ich habe selber erlebt, wie es ist. Und ich würde es keinem anderen
zumuten."
Kurt Beck hatte als SPD-Vorsitzender im Jahr 2008 starken medialen
und innerparteilichen Gegenwind bekommen, nachdem er einen
Kursschwenk im Umgang mit der Linkspartei angedeutet hatte. Zudem
galt er vielen Hauptstadtjournalisten als "provinziell". Die
Tageszeitung "taz" bezeichnete ihn als "Sargnagel" der SPD, die
"Süddeutsche Zeitung" beobachtete "Becks dynamisches Torkeln", und
für "BILD" war Beck gar "ein König ohne Volk".
"Ich will natürlich einräumen, dass man auch selber Fehler macht.
Das ist ja nicht alles erfunden. Aber es verdichtet sich dann zu
einem Bild, das nicht mehr den ganzen Menschen zeigt. Und so ähnlich
geht es jetzt auch Peer Steinbrück."
Dem Kanzlerkandidaten der SPD rät Beck, so zu bleiben, wie er ist.
"Er darf sich nicht verbiegen. Denn das wäre, glaube ich, das
Schlimmste, so zu sein, wie manche erwarten, dass er sein sollte."
"Panorama": Donnerstag, 18. Juli, 21.45 Uhr, Das Erste
Weitere Informationen zur Sendung finden Sie unter
www.Panorama.de.
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Datum: 18.07.2013 - 10:21 Uhr
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