Neue OZ: Kommentar zu Zugunglück/Spanien
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Am Schaltpult des verunglückten Alvia-Schnellzuges saß ein
erfahrener Lokführer, der den Streckenabschnitt, auf dem nun so viele
Menschen starben und verletzt wurden, gut kannte. Der Mann war
offenbar seit mehr als einem Jahr auf der Unfallstrecke unterwegs.
Jetzt ist er mit mehr als doppelt so hohem Tempo wie erlaubt in eine
Kurve geschossen und hat eines der schwersten Zugunglücke in der
spanischen Eisenbahngeschichte - ja was? Verursacht, nicht verhindern
können, in Kauf genommen?
Bis nicht endgültig geklärt ist, wie es zu der Katastrophe mit
mindestens 80 Toten und etwa 180 Verletzten kam, steht die Annahme im
Raum, dass tatsächlich menschliches Versagen die Ursache war. Dafür
spricht viel, dagegen bislang wenig.
Hätten Sicherheitssysteme das Unglück verhindern können? Die Frage
wirkt vor diesem Hintergrund allzu technisch. Der Lokführer soll kurz
nach der Katastrophe mehrmals betont haben: "Wir sind Menschen." Das
stimmt. Wir alle sind Menschen. Diese Wahrheit beinhaltet, dass
Menschen Fehler machen, manchmal schreckliche. Menschsein schließt
falsches Handeln mit ein. Immer. Hat hier ein Mensch einen Fehler
gemacht, weil er überfordert war, abgelenkt, müde, krank? Oder war
Fahrlässigkeit, gar Leichtsinn im Spiel? Die Beteiligten sind den
Opfern eine schnelle Aufklärung schuldig.
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Datum: 25.07.2013 - 22:00 Uhr
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