Weser-Kurier:Über die Insolvenz der Baumarktkette Max Bahr schreibt der "Weser-Kurier" (B

Weser-Kurier:Über die Insolvenz der Baumarktkette Max Bahr schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 27. Juli 2013:

ID: 916840
(ots) - Die Mutter strauchelt und zieht die Tochter mit in
die Insolvenz - das kommt häufiger vor. Nun hat es die Baumarktkette
Max Bahr erwischt, nachdem der Mutterkonzern Praktiker vor zwei
Wochen Insolvenz angemeldet hatte. Max Bahr galt im Konzern als
Hoffnungsträger. Konzernmutter Praktiker kränkelt nicht erst in
diesem Jahr, sondern leidet schon seit Jahren unter massiven
Umsatzrückgängen. Und Praktiker fiel auch noch durch eine
Marketingmaßnahme auf, die sich im Nachhinein schlichtweg als
katastrophales Instrument herausstellte: "20 Prozent auf alles - bis
auf Tiernahrung" bezeichnen Branchenkenner als absoluten Reinfall:
Kurzfristig ging der Umsatz in die Höhe, aber insgesamt häufte
Praktiker hohe Verluste an. Aber auch beim Hoffnungsträger Max Bahr
muss einiges schiefgelaufen sein - sonst wäre das Unternehmen nicht
überschuldet und zahlungsunfähig. Operativ hat auch Max Bahr seit
Jahren nichts verdient. Im Bericht über das erste Quartal weist
Praktiker für den Bereich Max Bahr einen Umsatz von 204 Millionen
Euro aus und einen operativen Verlust von 37 Millionen Euro.
Sicherlich schlug sich auch das schlechte Wetter im ersten Halbjahr
negativ nieder, so auf die Nachfrage nach Gartenartikeln. Aber auch
andere Baumarktketten haben diese Zeit hinter sich gebracht, ohne
Insolvenz beantragen zu müssen. Was sich daran abzeichnet: Bei Max
Bahr und Praktiker fehlten kluge Konzepte, die dazu geeignet waren,
Klientel zu binden und neue Kundschaft dazuzugewinnen. Und was
passiert jetzt? Es ist unwahrscheinlich, dass sich überhaupt ein
Investor findet, der dem kompletten Praktiker-Konzern samt Max Bahr
finanziell auf die Beine hilft. Eher werden nur die Filial-Standorte
für Mitbewerber und andere Investoren interessant sein, die sich an
einem guten Standort befinden und dort bereits seit Jahren etabliert


sind. Das wäre nur ein kleiner Trost, aber vielleicht wenigstens eine
Chance - auch für die Filialen in dieser Region.



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