Neue OZ: Kommentar zu Leiharbeiter aus Südosteuropa
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Die Zahlen sind überschaubar- die Zahlen, die man kennt: Die
zuständige Bundesagentur für Arbeit erfasst statistisch lediglich
jene Arbeitnehmer aus Rumänien und Bulgarien, die
genehmigungspflichtig im Rahmen von Werkverträgen im Baugewerbe, in
Reinigungsjobs und in der Innendekoration tätig werden. Wie viele
Menschen aus Südosteuropa zu Niedrigstlöhnen aber in der
Fleischbranche, in der Landwirtschaft, dem Schiffbau oder der
Gastronomie arbeiten, weiß keine deutsche Behörde genau. Ebenso wenig
bekannt ist dem Staat, zu welchen Konditionen sie schuften und unter
welchen Bedingungen sie schlafen, sich ernähren.
Die meisten dieser Menschen sprechen kein Deutsch und wagen nicht,
sich an Behörden zu wenden. Für die Öffentlichkeit kaum sichtbar
leben sie isoliert in teils heruntergekommenen Massenunterkünften.
Manche lagern in Wäldern, in Angst vor der Ausweisung, hoffend auf
Arbeitsmöglichkeiten.
In Deutschland ist eine Schattenwelt für die Ärmsten Europas
entstanden. Skrupellose Geschäftemacher laben sich an der Not ihrer
Bewohner. Wer dieses Reich betritt, ist der Ausbeutung schutzlos
ausgeliefert. Würden deutsche Arbeitnehmer so behandelt, wäre die
Empörung groß. Bei Rumänen und Bulgaren bekommt es kaum jemand mit.
Es ist Zeit hinzusehen - vor allem für die deutschen Unternehmen,
die aus der Schattenwelt ihren Bedarf an billiger Arbeit decken.
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 26.07.2013 - 22:00 Uhr
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