Mittelbayerische Zeitung: Ball flach halten - Die Bundesliga feiert zu Recht ihren eigenen Erfolg - nun darf sie die Vermarktung aber nichtübertreiben. Von Jürgen Scharf
ID: 923931
Fußball-Bundesliga, des Deutschen liebstes Kind, ruft zur 51. Saison.
Eigentlich kann da nichts schiefgehen. Die Zuschauer strömten in den
vergangenen Jahren konstant und wie nie in die Stadien und mussten
dies nicht bereuen, denn sportlich setzte die Liga zum Höhenflug an.
Dies gipfelte jüngst im deutschen Champions-League-Finale von
Wembley. Die Bundesliga-Macher tragen die eigene Erfolgsgeschichte zu
Recht mit breiter Brust vor sich her - und wollen diese
fortschreiben. In Sachen Verbesserung des Geldflusses gibt es zwei
Zauberwörter: Asien und Bezahlfernsehen. Hier sollte es die Deutsche
Fußball-Liga (DFL) aber nicht übertreiben. Die Strahlkraft der
höchsten deutschen Spielklasse beruht nicht zuletzt auf ihrer
Tradition. Diese für übertriebene Profitgier aufs Spiel zu setzen,
wäre fahrlässig. Asien! Den größten Kontinent der Erde haben andere
europäische Fußball-Bosse schon lange für sich entdeckt. Spanische
oder englische Top-Klubs reisen dort seit Jahren regelmäßig zu
Gastspieltourneen an und werden wie Popstars empfangen.
Dementsprechend gewaltig ist der Absatz von Fanartikeln. Die
deutschen Marktführer, insbesondere der FC Bayern München, haben
bereits angekündigt, dass sie nachziehen wollen. Soweit, so gut - es
sollte aber alles in einem geregelten Maß bleiben. Wenn etwa
asiatische Spieler nur verpflichtet werden, um deren Landsleute vor
den Fernseher zu zwingen, ist das arg durchschaubar. Meist werden
damit am Ende weder Spieler, noch Verein, noch Fans glücklich.
Ebenfalls eine Gratwanderung ist der Kampf ums Fernsehgeld. Man sei
mit den aktuellen Verträgen zufrieden, heißt es von der DFL. Satte
448 Millionen Euro werden in der kommenden Spielzeit in die Kassen
der Vereine der 1. Liga gespült. In naher Zukunft könnte die
500-Millionen-Marke geknackt werden. Die gigantischen Summen von
teilweise über einer Milliarde Euro, die in Spanien oder England
bewegt werden, scheinen (noch) unerreichbar. Dies liegt insbesondere
daran, dass in diesen Ländern im Gegensatz zu Deutschland über Jahre
eine Bezahlfernsehen-Kultur gewachsen ist. Dort gehört ein
Pay-TV-Receiver quasi zur Pflichtausstattung eines eingefleischten
Fans. In Deutschland dümpelten die Bezahlübertragungen dagegen lange
vor sich hin, woran nicht zuletzt mehrere Anbieterwechsel schuld
waren. Mit Sky glauben die Bundesliga-Macher nun den, wie heißt es so
schön, verlässlichen Partner gefunden zu haben. Und in der Tat zogen
die Abo-Zahlen zuletzt an. Übrigens ohne dass die DFL einem
kompletten Salami-Spieltag, wie er in anderen Ländern gang und gäbe
ist, zugestimmt hat. Das war die richtige Entscheidung. Die Fans
sollten nicht mit dem Schlaghammer vor den Receiver zu Hause
gezwungen werden. Nicht zuletzt, weil sich in Deutschland seit dem
Sommermärchen 2006 eine echte Public-Viewing-Kultur entwickelt hat.
Die Kneipen sind bei Bundesliga-Spielen rappelvoll, die Stimmung ist
spitze, und auch erstaunlich viele Frauen schauen zu.
Gewinnkalkulationen sind heute um 20.30 Uhr zumindest für 90 Minuten
aber erst mal Nebensache. Der FC Bayern eröffnet als deutscher
Meister die Saison. Schon der erste Auftritt gegen Gladbach könnte
ein wichtiger Fingerzeig sein. Denn, mit Verlaub, bei aller Klasse
der Münchner: Vergangene Saison schien es fast zum guten Ton zu
gehören, sich den Roten kampflos zu ergeben. In der Hoffnung auf
einen spannenden Wettbewerb darf man sich wünschen, dass die
Hamburger, Schalker oder wie sie alle heißen, in der Sommerpause zu
einer wichtigen Erkenntnis gekommen sind: Die Bayern sind auch nur
Fußballer.
Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.08.2013 - 20:37 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 923931
Anzahl Zeichen: 4135
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Regensburg
Kategorie:
Fussball
Diese Pressemitteilung wurde bisher 156 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mittelbayerische Zeitung: Ball flach halten - Die Bundesliga feiert zu Recht ihren eigenen Erfolg - nun darf sie die Vermarktung aber nichtübertreiben. Von Jürgen Scharf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Mittelbayerische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zukunft geMAInsam gestalten, so hatten die DGB-Gewerkschaften den gestrigen Tag der Arbeit, nun ja nicht besonders originell, überschrieben. Das fade Motto täuscht freilich nicht darüber hinweg, dass die Gewerkschaften hierzulande vor riesigen Herausforderungen stehen. Nach zweieinhalb Jahren C
Als Ministerin untragbar Anne Spiegel hat mit ihrem Verhalten nach der Flutkatastrophe an der Ahr ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Notfalls muss der Kanzler sie rauswerfen. Von Reinhard Zweigler ...
Was waren die Beileidsbekundungen der heutigen Bundesfamilienministerin Anne Spiegel von den Grünen eigentlich wert, die den Hochwasseropfern an der Ahr Betroffenheit bekundete? Ihr sei das Herz schwer und die Trauer lasse sie nicht los, sagte sie zu Beginn der Katastrophe. Doch kurz darauf packt
Die Impfpflicht macht Sinn / Gerade weil viele in der gefährdeten Generation Ü60 noch keine Impfung haben, könnte gesetzlicher Druck Unentschlossene zu dem Pieks bewegen. / Von Reinhard Zweigler ...
Es ist schon seltsam, wie schnell das Drama des Ukraine-Krieges das Aufregerthema der vergangenen zwei Jahre in den Hintergrund gedrängt hat. Corona - war da noch was? Gefühlt ist die Pandemie doch schon vorbei, trotz hoher Infektionszahlen. Die in vielen Bundesländern vollzogenen Lockerungen,
Weitere Mitteilungen von Mittelbayerische Zeitung
Weser-Kurier: Zum Start der Bundesliga schreibt der "Weser-Kurier" (Bremen) in seiner Ausgabe vom 9. August 2013: ...
Wenn die Fußball-Bundesliga heute Abend mit dem Klassiker FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach in ihre 51. Saison startet, dann steht die nächste Spielzeit der Superlative bevor: Alles wird größer, bunter, teurer. Die Fans werden weiterhin in die Stadien strömen, die Vereine U
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Bundesliga/Bayern München/Guardiola ...
Zweifellos stellt der neue Bayern-Trainer die neue Frontfigur der Bundesliga dar - ohne dass Pep Guardiola selber den Rummel befeuern würde. Noch nie in der 50-jährigen Geschichte der deutschen Eliteklasse gab es ein solches Spektakel um eine Person. Offenbar lassen sich auf ihn viele Sehnsüch
Stuttgarter Nachrichten: Fußball-Bundesliga ...
Die Liga hat sich in den 50 Jahren ihres Bestehens rasant entwickelt. Was sich auch daran zeigt, dass es kein einziges Filmchen gibt vom ersten Tor ihrer glorreichen Geschichte. Der Dortmunder Timo Konietzka schoss es am 24. August 1963 gegen Werder Bremen. In heutiger Zeit verfolgen jedes Spiel
WAZ: Erfolgsmodell Bundesliga - Kommentar von Frank Lamers ...
Heute startet sie wieder, die Bundesliga, dieser VW Käfer unter den großen Fußballligen Europas, dieses Erfolgsmodell, das läuft und läuft und läuft. Das kann ja bereits vor dem ersten Tritt auf das Gaspedal festgehalten werden: Die kommende Saison, sie wird nicht weniger Menschen in die S




