Neue Westfälische (Bielefeld): Hickel warnt vor Vermögensblase und fordert Entlastung der EZB
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Hickel sieht die Niedrigzinspolitik im Euro-Raum noch lange nicht
beendet. Grund sei die anhaltende wirtschaftliche Wachstumsschwäche
und hohe Arbeitslosigkeit im Euro-Raum, sagte er in einem Interview
der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagausgabe).
Erst bei Inflation sei mit einem Schwenk zu höheren Zinsen zu
revchnen. Hickel warnte aber vor einer Vermögensblase. "Eine große
Gefahr droht jedoch: Die spekulative Nachfrage nach Vermögenswerten
steigt und kann zur Aufblähung der Vermögenspreise führen." Die
Bankenaufsicht müsse gegen diese Gefahren steuern, forderte er. "Um
die makroökonomisch richtige Geldpolitik vor derartigem Missbrauch zu
schützen, bedarf es einer Regulierung der Finanzmarktprodukte bis hin
zum Verbot besonders aggressiver, schädlicher Wetten." Die
Europäische Zentralbank dient nach seiner Ansicht als "Lückenbüßer".
Sie trage derzeit die Hauptlast der Euro-Rettung und "muss durch eine
koordinierte Finanz- und Geldpolitik dringend entlastet werden",
forderte er. Zur ökonomischen Stärkung der Krisenländer sei eine
EU-weit koordinierte Wirtschaftsstrukturpolitik nötig. Hickel: "Die
aktuell wichtigste Weichenstellung ist: Die den Krisenländern als
Gegenleistung verordnete Einsparpolitik beschleunigt den ökonomischen
Absturz. Deshalb muss sich die Politik mit einem Marshallplan auf Um-
und Aufbauprogramme konzentrieren. Dazu gehört aber auch die Reform
des politischen Systems vor allem durch den Aufbau einer
funktionierenden Steuererwirtschaftung"
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Datum: 09.08.2013 - 05:00 Uhr
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