Börsen-Zeitung: Armageddon ist ausgepreist, Kommentar zu Gold von Grit Beecken
ID: 927711
verbleibende Goldjünger dem konjunkturellen Aufschwung in den USA
gebeugt. Nachdem er noch im Juli verkündet hatte, das Edelmetall sei
trotz des massiven Wertverlusts nach wie vor ein angemessenes
Investment, verkaufte er jüngst für mehr als 2 Mrd. Dollar Anteile am
Goldfonds SPDR Gold Trust.
Die Wette auf eine anhaltend maue Weltkonjunktur, ausufernde
Inflation und andere Katastrophen ist zunächst einmal nicht
aufgegangen. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis um gut 20%
nachgegeben, weil mehr und mehr Anleger ihr Kapital in andere
Anlageklassen umschichteten und damit unter anderem den großen
Aktienbarometern stolze Zuwächse bescherten. Die Krise scheint -
zumindest legt dies der Blick auf den Goldpreis nahe - aus Sicht der
Anleger ausgestanden zu sein. Armageddon wurde ausgepreist.
Allerdings nicht von jedermann. Während institutionelle Anleger
aus dem Goldgeschäft aussteigen, kaufen Privatanleger Münzen, Barren
und Schmuck, als gebe es kein Morgen. Die Analysten des World Gold
Council führen dies auf die gesunkenen Preise zurück, die vielen als
Einstiegsgelegenheit gelten würden. In Deutschland wurde von April
bis Ende Juni 21% mehr physisches Gold abgesetzt als im
Vorjahresquartal. In China waren es 85%, in Indien 71%. Dabei nahmen
die Käufer bisweilen hohe Aufschläge und Wartezeiten in Kauf. Und all
das nur, weil es günstige Einstiegspreise gab (und weil die indische
Regierung mit einer Importsteuer auf Gold drohte)? Die Gründe für den
Kauf dürften bei Privatanlegern deutlich uneinheitlicher sein als die
Gründe für den Verkauf der Profi-Investoren. Der World Gold Council
hat Anleger in Indien und China nach ihren Preiserwartungen gefragt.
Das Ergebnis: 66% rechnen mit einem Anstieg. Doch daraus kann nicht
ohne Weiteres abgeleitet werden, dass sie aufgrund der niedrigen
Preise einsteigen. Denn welcher Mensch, der gerade Gold gekauft hat,
gibt schon an, mit einem Wertverfall zu rechnen?
Es könnte schlicht sein, dass die Asiaten turbulente Zeiten
erwarten. Schließlich haben besonders die Inder, aber auch
Vietnamesen, Thais und andere nach dem 22. Mai mit ansehen müssen,
dass die internationalen Anleger von jetzt auf gleich Unsummen an
Kapital aus ihren Heimatländern abzogen, weil die US-Notenbank ein
Ende der lockeren Geldpolitik avisierte. Angesichts des darauf
folgenden Einbruchs der Aktien, Anleihen und Währungen wäre ein
gestiegenes Sicherheitsbedürfnis kein Wunder.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.08.2013 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 927711
Anzahl Zeichen: 2899
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 310 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Armageddon ist ausgepreist, Kommentar zu Gold von Grit Beecken"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Air Berlin ...
Für Air Berlin führt an einem radikalen Spar- und Schrumpfkurs kein Weg vorbei. Der langjährige Chef und Miteigentümer Joachim Hunold hat seinen Nachfolgern ein desolates Unternehmen ohne wirkliche Strategie und einer überdimensionierten, auf Pump finanzieren Flotte hinterlassen. Im brutale
Allgemeine Zeitung Mainz: Schön wär's... / Kommentar zum Lebensmitteleinkauf ...
Spargel wachsen hierzulande im späten Frühjahr, Tafeltrauben reifen im Herbst, und Rosenkohl gibt es im Spätherbst und Winter. So weist es der Saisonkalender aus. Trotzdem liegen im Hochsommer Äpfel und im Winter Erd- und Himbeeren von der Südhalbkugel im Regal - und sie werden gekauft. Die
WR: Wenn Rabauken Karriere machen - Kommentar von Julia Emmrich ...
Die Streber studieren Jura, die Sportlichen gehen zur Polizei, die Hartgesottenen werden Chirurg. Und die größten Rüpel der Klasse machen später mal ihr eigenes Ding und gründen eine Firma. Ist doch so, oder? Kennt nicht jeder genügend Beispiele? Gut, vieles davon ist Klischee. Nicht jeder gu
WAZ: Mehr Stress, mehr Krankenscheine - Kommentar von Stefan Schulte ...
Die zynische Faustregel für die Statistik der Krankheitstage lautete bisher: Je größer die Angst vor dem Jobverlust, desto seltener ließen sich Beschäftigte krank schreiben. Je sicherer sie im Sattel saßen, desto häufiger nahmen sie sich einen gelben Schein. Die Menschen in NRW müssten si




