Westdeutsche Zeitung: Die Wahl in Bayern elektrisiert die Politik in Berlin - Wie das Kaninchen vor der Schlange
Ein Kommentar von Lothar Leuschen
ID: 944692
Säulen und Diagramme. Diesen Eindruck erwecken die letzten Stunden
vor der Entscheidung im Freistaat. Dabei wird in Bayern bayrisch
gewählt. Das hat Tradition und deckt sich im Übrigen mit dem
Wählerverhalten in NRW, Niedersachsen, Thüringen et cetera. Die
Wähler wissen sehr wohl, dass es beträchtliche Unterschiede gibt
zwischen dem, was im Landesparlament und dem, was im Bundestag
entschieden wird. Wer es bisher nicht wusste, der wurde in
Zeitungsartikeln oder TV-Beiträgen eingehend darüber aufgeklärt.
Deshalb ist es eine Überreaktion, dass die Bundesparteien auf den
Urnengang an Isar und Donau starren - wie das Kaninchen auf die
Schlange. Dennoch wird die Wahl in Bayern Auswirkungen auf das haben,
was in der letzten Woche vor der Bundestagswahl noch geschieht, um
Stimmen zu fangen.
Die FDP beispielsweise wird fortsetzen, was sie mit dem Besuch von
Brüderle und Rösler bei Altkanzler Kohl begonnen hat. Wenn sie den
Einzug in den Münchner Landtag verpasst, zündet sie mit großer
Gewissheit die nächste Stufe ihrer Zweitstimmenkampagne zulasten der
Union. Das dürfte der Kanzlerin nicht schmecken. Angela Merkel
braucht ein gutes Wahlergebnis, um für den Fall eine starke Position
zu haben, dass die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert und sie
mit der SPD über eine große oder mit den Grünen über eine "normale"
Koalition verhandeln muss.
Die Opposition im Bundestag hat es da im Umgang mit der
politischen Landschaft im Freistaat deutlich leichter. Weit entfernt
von einer Option auf Regierungsbeteiligung in dem Bundesland, gilt es
vor allem für die SPD, möglichst viele der bisher Unentschlossenen
für sich zu gewinnen. Dafür kann es nützlich sein, sich von der
Ausschließeritis zu kurieren. Union, SPD, FDP und Grüne müssen
grundsätzlich in der Lage sein, politisch zusammenzuarbeiten. Sonst
lähmt sich die parlamentarische Demokratie selbst.
Eine große Koalition ist erfahrungsgemäß zwar gefährlich für den
kleineren Partner. Aber weitere vier Jahre am Katzentisch im
Bundestag tun der SPD sicher auch nicht gut. Dafür sind die
vergangenen vier Jahre ein unumstößlicher Beweis.
Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.09.2013 - 19:24 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 944692
Anzahl Zeichen: 2641
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 150 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westdeutsche Zeitung: Die Wahl in Bayern elektrisiert die Politik in Berlin - Wie das Kaninchen vor der Schlange
Ein Kommentar von Lothar Leuschen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Von Lothar Leuschen Der Auftakt ist schon nicht gelungen gewesen. Statt eine möglichst verbindende Rede zu halten, erging sich Alterspräsident Gregor Gysi darin, die Parteiprogrammatik der Linken abzuspulen inklusive der Aufforderung, das Gespräch mit Russland zu suchen. Dass die Abgeordneten de
Kommentar: Die USA sind verloren / zu Trump und den Folgen ...
Von Lothar Leuschen Die Ereignisse überschlagen sich. Nur wenige Stunden, nachdem die USA angekündigt hat, die Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskampf gegen Russland abzubrechen, kommt ebenso aufgeschreckt wie unausgegoren aus der Union in Deutschland der Ruf nach Rückkehr zur allgemein
WZ-Kommentar zu: Lars Klingbeil ist neuer SPD-Fraktionschef ...
Der, auf den es ankommt Von Lothar Leuschen Normalerweise wäre es eine Randnotiz, dass Lars Klingbeil am Mittwoch im Otto-Wels-Saal des Reichstagsgebäudes zum neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt worden ist. Aber in diesen Tagen ist nichts mehr normal, auch nicht, dass die SPD-Fraktion i
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Zeitung
Zukunftssicherung durch zertifizierte ausländische Fachkräfte ...
Nachdem der spanische Ingenieursverband COGITI gemeinsam mit der BERA einen Stützpunkt in Schwäbisch Hall zur besseren und ganzheitlichen Betreuung von spanischen Fachkräften und Ingenieuren eröffnet hat, stellen die Partner am 17. September um 16:30 Uhr bei der Vortragsveranstaltung „Nachhalt
Südwest Presse: Kommentar zur Todesstrafe ...
Die Todesstrafe, die gegen vier Vergewaltiger und Mörder einer 23-jährigen Inderin verhängt wurde, ist gerecht - das sagen angesichts der unbegreiflichen Brutalität der Tat selbst manche, die eigentlich gegen sie sind. Doch klar ist: Kein Staat der Welt darf das Leben eines Menschen zur Stra
WAZ: Nicht allein auf den Beitrag achten - Kommentar von Daniel Freudenreich ...
Krankenkassen sollen nicht über die Maßen Geld horten. So will es der Gesetzgeber. Deshalb ist es richtig, dass die Techniker Krankenkasse angesichts ihrer Milliardenreserven eine Prämie ausschüttet. Manch andere Kasse dürfte diesem Beispiel 2014 folgen. Das mag Neukunden anlocken. Doch
Mitteldeutsche Zeitung: zu Steinbrück/Stinkefinger ...
Es ist zunächst einfach eine Frage des Umgangs miteinander, die solche Gesten verbietet. Natürlich musste Peer Steinbrück in den vergangenen Wochen und Monaten jede Menge Kritik und Spott einstecken. Sicher manchmal überzogen, sicher manchmal zu Unrecht. Das mag persönlich für ihn är




