Neue OZ: Kommentar zu Asylbewerber/Niedersachsen
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Nach der reinen Lehre der alten Landesregierung sollten in der
Gemeinschaftsunterkunft in Hesepe all die Asylbewerber versammelt
werden, die im Verfahren keine Chance und in Deutschland damit keine
Perspektive mehr hatten. Eine potenziell brenzlige Ausgangssituation,
die die Mitarbeiter der Landesaufnahmebehörde in Bramsche gut
gemeistert haben. Die neue Aufgabe bedeutet einen Systemwechsel, der
auch seine Tücken hat.
Rot-Grün setzt voll auf dezentrale Unterbringung. Ob die aber
wirklich immer die beste Lösung auch im Sinne der Flüchtlinge ist,
darf bezweifelt werden. Warum soll es besser sein, eine Familie
allein und ohne ausreichende Deutschkenntnisse in irgendeiner
niedersächsischen Kleinstadt unterzubringen, wo sie bestenfalls
ehrenamtliche Hilfe von Freiwilligen erwarten darf? Die Kommunen
jedenfalls sind mit der Betreuung von Asylbewerbern mit den
verschiedensten Erfordernissen vom Behördengang bis zum Arztbesuch
überfordert.
Außenstellenleiter Conrad Bramm und seine Mannschaft leisten eine
Arbeit, die Kommunen in diesem Umfang gar nicht leisten können.
Gemeinschaftsunterkunft muss nicht zwangsläufig für den negativ
besetzten Begriff Lager stehen. Die Gemeinschaft kann für gewisse
Zeit auch Schutz und Orientierungsmöglichkeit für Menschen in einer
extrem schwierigen Situation in fremder Umgebung bieten.
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Datum: 01.10.2013 - 22:00 Uhr
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