Neue OZ: Kommentar zu Die Grünen
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Es fährt ein Zug nach Nirgendwo - und drinnen sitzen verzagt und
kraftlos die Grünen. Das ist der Eindruck, der vom ersten Parteitag
der Ökos nach ihrer Schlappe bei der Bundestagswahl bleibt. Nur
mühsam haben sie die Risse in der Partei zugekleistert und offene
Grabenkämpfe zwischen linkem und konservativem Parteiflügel
vermieden. Fast zehn Stunden sind sie noch einmal tief in eine
Selbstüberprüfung eingetaucht - ohne aber wirklich zu einer
Übereinstimmung zu kommen, welche Lehren aus dem Wahldebakel gezogen
werden sollten.
Eigenständig wollen die Grünen künftig sein - das ist die Formel,
an die sie sich klammern. Soll es eher in Richtung Linksbündnis oder
wirklich einmal Schwarz-Grün gehen? Darüber wagt keiner der 800
Delegierten belastbare Prognosen. Alles fließt bei den Grünen. Wie
wollen sie sich da als kleinste Oppositionspartei gegen die
übermächtige Große Koalition profilieren? Es kommt für die Ökos
knüppeldick in den nächsten vier Jahren.
Da wäre es gut gewesen, bei der Vorstandswahl ein kraftvolles
Signal zu setzen. Aber ausgelastet mit der Betrachtung seines
Innenlebens, hat das Parteivolk für strategische Überlegungen keinen
Kopf gehabt. So haben die Grünen lustlos das Führungsduo Simone Peter
und Cem Özdemir ins Amt gehievt. Klar ist: Wer sein Spitzenpersonal
selbst so wenig schätzt, kann kaum Begeisterung beim Wähler erwarten.
Mehr Anstrengung ist nötig, um nicht im Nirgendwo zu landen.
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Datum: 20.10.2013 - 22:00 Uhr
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