Allg. Zeitung Mainz: Zur Kinderarmut / Lösung nicht in Sicht
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assoziiert und "Weihnachtsspenden", denkt falsch. Armut ist an jedem
Tag eine Herausforderung für eine Gesellschaft, die als zivilisiert
und human angesehen werden will. Und: Armut ist erstaunlicherweise
auch ein Phänomen hoch industrialisierter Staaten. Allerdings:Die
Maßstäbe sind extrem unterschiedlich. Armut in unterentwickelten
Ländern bedeutet: Eine große Anzahl von Menschen stirbt. In der
breiten Öffentlichkeit stößt das auf keine sehr große Resonanz - eine
Katastrophe hinter der Katastrophe. Es gibt glücklicherweise eine
Vielzahl staatlicher und privater Hilfsprogramme. Aber es gibt kaum
noch ein globales, Kontinente und Generationen umfassendes
Bewusstsein dafür, wie groß die Not ist, und es gibt wenig Interesse
für die Zusammenhänge: Warum sind Länder unterentwickelt? Warum
müssen dort Menschen sterben? Wer solchen Fragen wirklich nachgeht,
stößt teils auf sehr unangenehme Antworten. Nicht immer, aber auch
nicht selten ist es so, dass die ökonomischen Interessen von
Konzernen, die in Industriestaaten sitzen, in direktem Zusammenhang
stehen mit Missständen in unterentwickelten Ländern. Der gern
gegebene Hinweis, ohne Kinderarbeit in weiten Teilen der Welt und
ohne die Fabriken (die wegen fehlender Schutzeinrichtungen allerdings
oft von Katastrophen heimgesucht werden) gäbe es dort gar keine
Einnahmequellen für die Menschen, ist zynisch. Eine Lösung? Nirgendwo
am Horizont. Armutsbekämpfung in Europa, in Deutschland, sollte in
Relation dazu vergleichsweise einfach sein. Sollte man meinen. Die
Tatsache, dass dennoch im reichen Deutschland Kinder hungern, als
Schande zu bezeichnen, ist angebracht, reicht aber nicht.
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Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
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Datum: 24.10.2013 - 19:46 Uhr
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