NABU begrüßt Pläne für länderübergreifenden Nationalpark im Hochwald-Idarwald
ID: 974706
Rheinland-Pfalz und Saarland, einen gemeinsamen Wald-Nationalpark in
der Region des Hunsrücks von mehr als 10.000 Hektar Fläche
auszuweisen. Damit setzen sie ein deutliches Zeichen, dass sie den
Schutz der biologischen Vielfalt ernst nehmen. "Wir wissen heute,
dass sich in der Region gerade mal gut zwei Prozent des Waldes als
wilde, natürliche Wälder entwickeln dürfen. Diese Urwälder von morgen
werden zu den wertvollsten Lebensräumen für die heimische Tier- und
Pflanzenwelt", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke auf einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt,
Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland- Pfalz und
Anke Rehlinger, Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz,
Saarland. Damit unterstützen die Länder das Ziel der Bundesregierung,
bis zum Jahr 2020 fünf Prozent des Waldes einer natürlichen
Entwicklung zu überlassen.
Nationalparks sind das geeignetste Mittel, um auf großer Fläche
die Artenvielfalt zu fördern, denn es wird eine Fülle von
verschiedenen Lebensräumen geschützt. Studien belegen immer wieder
den Zusammenhang zwischen Flächengröße und Anzahl der vorkommenden
Arten. "Mit steigender Flächengröße nimmt die Zahl der Arten im
entsprechenden Gebiet zu. Viele Tiere wie beispielsweise Habichtskauz
und Weißrückenspecht brauchen ein großes Areal, um überlebensfähige
Populationen sicher zu stellen", erklärt NABU-Waldexperte Stefan
Adler. Neben dem Schutz von Tier- und Pflanzenarten und deren
Populationsentwicklung kommt Nationalparks auch die Funktion als
Ausgangsort für die Wiederverbreitung heute bedrohter Arten wie
beispielsweise dem Pilz Zitronengelbe Tramete oder dem Drachenkäfer
zu.
"Auch für den Menschen sind Nationalparks von unschätzbarem Wert.
Hier wird in einigen Jahren wieder wirkliche Wildnis erlebbar sein -
Natur, wie wir sie heute kaum noch kennen. Auch werden aus
Nationalparks Erkenntnisse gewonnen, wie die Natur auf sich ändernde
Umweltbedingungen reagiert. Das sind wichtige Informationen, um im
Rahmen einer naturverträglichen Forstwirtschaft die richtigen
Entscheidungen für die Zukunft zu treffen", so NABU-Präsident
Tschimpke.
Für Rückfragen:
Stefan Adler, NABU-Waldexperte, Tel. 030-284984-1623, mobil
0172-2832663, E-Mail: Stefan.Adler@NABU.de
Im Internet zu finden unter www.nabu.de/waldentwicklung
Pressekontakt:
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Annika Natus, Iris Barthel, Nicole
Flöper
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Datum: 05.11.2013 - 12:20 Uhr
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