Weser-Kurier: Zum neuen Verdacht auf Gammelfleisch schreibt der Bremer WESER-KURIER:

Weser-Kurier: Zum neuen Verdacht auf Gammelfleisch schreibt der Bremer WESER-KURIER:

ID: 976007
(ots) - Wieder steht eine Firma in Verdacht, Gammelfleisch
verkauft zu haben. Wieder sind es ehemalige Arbeiter, die den
möglichen Skandal aufdecken. Wieder ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Und der Verbraucher fragt sich, was er noch essen kann. Warum gibt es
keine Verzehrwarnung? Warum gibt es Etiketten, auf denen nicht drauf
steht, was drin ist? Warum wirken die Kontrollen nicht? Der Fehler
liegt im System. Die Arbeiter schweigen, um ihren Job nicht zu
riskieren. Und wenn sie ihren Job erst einmal verloren haben, gelten
sie nicht mehr als glaubwürdig. Die Verpflichtung der
Fleischindustrie zur Selbstkontrolle läuft ins Leere, weil das
Geschäft mit dem Billigfleisch nach wie vor lukrativ ist. Und die
Behörden treten meist erst dann auf den Plan, wenn das Corpus Delicti
bereits gegessen ist. Keine Beweise, keine Anklage, kein Urteil. So
geht das Geschäft mit dem Gammelfleisch munter weiter. Selbst wenn
verdorbene Ware gefunden wurde, übel riechend und nicht mehr für den
Verzehr geeignet, lassen Konsequenzen auf sich warten. Die
Staatsanwaltschaft kommt angesichts immer neuer Verdachtsfälle nicht
mehr hinterher. Weniger gesundheitsgefährdend, aber genauso kriminell
ist der Etikettenschwindel mit dem Separatorenfleisch. Minderwertige
Ware, die maschinell von den Knochen gelöst wird und dann zu
Formschinken oder Wurst zusammengepresst wird, aber als hochwertig
verkauft wird. Das ist maximaler Profit. Mit dem bloßen Auge lässt
sich für den Konsumenten nicht erkennen, dass es sich um Fleischreste
handelt. Gewürzt, gefärbt und in Form gebracht. Nicht von ungefähr
müssen die Abfälle aus der Produktion auf dem Etikett gekennzeichnet
werden. Ist dies nicht der Fall, ist der Verbraucher dem Schwindel
ausgeliefert. Interessant an dem neuerlichen Fall ist, dass es sich
offenbar um Exportware handelte, die möglicherweise mit falschen


Papieren ausgestattet war. Der Verkauf von minderwertiger Ware ins
Ausland als deutsches Qualitätsprodukt aber ist auch keinen Lösung.
Es verlagert das üble Geschäft mit dem Billigfleisch nur ins Ausland.



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Datum: 06.11.2013 - 20:39 Uhr
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