Neue OZ: Kommentar zu EZB / Zinsen / Konjunktur
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Schon die letzte Zinssenkung vor gerade einem halben Jahr war
historisch. Nun hat die EZB den Leitzins noch einmal gesenkt, auf
0,25 Prozent, viel Luft nach unten bleibt nicht mehr.
Im Süden der EU tobt die Wirtschaftskrise weiter, und der Schritt
ist vor allem als Finanzspritze für gebeutelte Länder wie Spanien
oder Griechenland gedacht. Allerdings hat die letzte Senkung
offensichtlich nicht ausgereicht, um die Kreditvergabe der dortigen
Banken, und damit die Konjunktur, spürbar anzuheizen. Es bleibt die
Frage, ob dies jetzt geschieht oder die EZB mittelfristig zu einer
Nullzinspolitik übergeht. Die Äußerung des EZB-Präsidenten, man habe
"noch nicht alles Pulver verschossen", lässt diese Vermutung zu.
Die Zinsschraube lässt sich also weiter-, aber auch leicht
überdrehen. Denn während die einen vor Deflation warnen, haben auch
Billiggeldphasen ihre Risiken über die Gefahr galoppierender Preise
hinaus. Unter Umständen kommt man aus ihnen nämlich nur schwer wieder
hinaus. Japan fährt seit fast zwei Jahrzehnten eine Nullzinspolitik,
deren Wirkung hat sich längst abgenutzt. Vor der Wiedererhöhung der
Zinsen aber schreckt man zurück: Sie könnte die Konjunktur dämpfen.
Maik Nolte
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Datum: 07.11.2013 - 22:00 Uhr
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