Neue OZ: Neue OZ - Gespräch mit Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland
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wünscht sich ehrliche Anteilnahme
Zentralratsvorsitzender warnt vor Bedeutungsverlust - Appell an
Schulen
Osnabrück.- Anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogramnacht
an diesem Wochenende hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in
Deutschland, Dieter Graumann, vor einem Bedeutungsverlust des
Gedenktages gewarnt. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstag) sagte er, häufig sei in Deutschland nur noch
ritualisierte Betroffenheit anzutreffen. Diese sei immerhin "noch
viel besser als ein planvolles Vergessen", erklärte der
Zentralratsvorsitzende. Er persönlich wünsche sich von den Deutschen
allerdings eine "ehrliche, emotionale Anteilnahme".
Für einige Menschen in Deutschland möge der Tag nur Gewohnheit
sein oder zur "political correctness" zählen, so Graumann weiter. Für
die jüdische Gemeinschaft aber seien Schmerz, Trauer und die
Erinnerung an die über sechs Millionen ermordeten Juden dauerhaft.
"Die Lehre, die wir daraus ziehen, ist so einfach wie eindeutig: Nie
wieder werden wir es zulassen, dass man uns wegen unseres Judentums
angreift! Nie wieder werden wir uns einschüchtern lassen", erklärte
der Vorsitzende des Zentralrats weiter. Graumann rief dazu auf, die
Geschichte "gerade den Kindern hierzulande näher zu bringen".
Insbesondere Schulen sollten die Möglichkeit nutzen, die letzten noch
lebenden Zeitzeugen einzuladen: "Mehr Authentizität wird es nie mehr
geben."
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Datum: 08.11.2013 - 13:09 Uhr
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