Allg. Zeitung Mainz: Es wäre schön... / Kommentar zu "Pflege-Bahr"
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der größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte, sie wird
Zuwendung, Kraft, aber auch viel Geld kosten. Das steht unumstößlich
fest - ansonsten ist vieles unklar. "Private Vorsorge" predigen alle
Regierungen. Kommt da der erschwingliche, zudem staatlich geförderte
"Pflege-Bahr" nicht wie gerufen? Nun auch noch die Nachricht, täglich
würden 1600 neue Policen registriert. Können täglich 1600 neue
Policen irren?Ja, sie können. Und dass die Meldung über den großen
Zuspruch gerade jetzt das Licht der Öffentlichkeit erblickt, da Union
und SPD über das Pflegethema verhandeln, ist gewiss kein Zufall. Das
Bemühen vor allem junger Menschen, wenigstens irgendetwas zu tun mit
Blick auf das eigene Alter, ist aller Ehren wert. Andererseits ist
die Mathematik eine strenge Wissenschaft. Ja, es wäre schön, wenn 15
eigene Euro plus 5 Euro Förderung das Pflegerisiko abdeckten - aber
das geht halt leider nicht. Ob die FDP das nach ihrem scheidenden
Gesundheitsminister benannte Modell tatsächlich vor allem deshalb
durchsetzte, um sich bei der privaten Versicherungswirtschaft
einzuschmeicheln, ist kaum zu klären. Was lernen wir? Hohe
Absicherung kostet auch weiterhin hohe Beiträge. Es gibt in
Deutschland bei der Kranken- und Pflegeversicherung ohne Zweifel ein
Zwei-Klassensystem. Die gute Nachricht dabei: Alles in allem ist der
Standard des deutschen Gesundheitssystems gut. Bislang. Für die
Zukunft ist nicht nur Geld entscheidend, sondern auch Kreativität und
Einfühlungsvermögen. Heißt: Völlig indiskutabel ist sowohl die
sozialistische Einheits-"Lösung" als auch das Prinzip "den Letzten
beißen die Hunde".
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Allgemeine Zeitung Mainz
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Datum: 15.11.2013 - 19:27 Uhr
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