Deutsche wollen in den eigenen vier Wänden alt werden
Altersgerechtes Wohnen beschäftigt die Deutschen: Fast jeder Zweite (45 Prozent) hat sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. 93 Prozent möchten im Alter am liebsten selbständig wohnen.
- Zwei Drittel der Deutschen wollen als Rentner in der eigenen Wohnung leben.
- 90 Prozent wünschen mehr staatliche Unterstützung für seniorengerechtes Wohnen.
Das Thema altersgerechtes Wohnen beschäftigt die Deutschen. Fast jeder Zweite (45 Prozent) hat sich bereits intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Doch jeder vierte Bürger will sich damit erst auseinandersetzen, wenn er die Lebensphase 65+ erreicht hat. So planen derzeit auch lediglich sechs Prozent der Befragten konkret, wie sie im Alter leben und wohnen wollen. Eindeutig ist: Zwei Drittel der Bevölkerung möchte das Alter am liebsten in den eigenen vier Wänden verbringen. Wohnen bei der Familie bzw. in einem Heim kommt nur für drei bzw. zwei Prozent der Deutschen in Frage. Jeder zweite Bundesbürger ist sich sicher, seine Wohnwünsche im Alter erfüllen zu können (49 Prozent). Dafür haben 34 Prozent entsprechend finanziell vorgesorgt. Dennoch wird der Staat in Sachen "Wohnen im Alter" gefordert: 90 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr staatliche Unterstützung für Alltagshilfen und Pflegeleistungen in der eigenen Wohnung. Jeweils 86 Prozent der Bürger fordern vom Staat mehr Beihilfen für betreutes Wohnen oder Fördermittel bzw. steuerliche Anreize für den Bau von Senioren-Wohngemeinschaften. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W).
Wenn es um die Wohnsituation geht, sind sich die Deutschen einig: 93 Prozent möchten auch im Alter am liebsten selbständig wohnen. Dabei präferieren sie klar die eigenen vier Wände (67 Prozent). Eine Wohngemeinschaft bzw. eine Seniorenwohnanlage kommt für 26 Prozent in die engere Wahl. Das Wohnen in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus genießt vor allem bei den Menschen im Osten einen hohen Stellenwert (74 Prozent). In den westlichen Bundesländern sagen dies 65 Prozent. Anders ist das Bild bei der Frage alternativer Wohnkonzepte wie Mehrgenerationenhaus oder Senioren-WG: Diese Wohnformen sind bei den Westdeutschen beliebter (28 Prozent) als bei den Bürgern im Osten (19 Prozent). Allerdings weiß ein großer Bevölkerungsteil (26 Prozent) derzeit nicht, wie er einmal im Alter wohnen wird.
Einig sind sich die Bürger in der Frage, wie sie später keinesfalls wohnen möchten: Nur drei bzw. zwei Prozent wünschen sich im Alter bei Kindern oder Verwandten bzw. in einem Alten-, Pflege- oder Seniorenheim zu wohnen. Die Bürger wissen aber auch, dass das altersgerechte Wohnen in der Regel Umbaumaßnahmen erfordert. Fehlende altersgerechte Technik und mangelnde Barrierefreiheit sind für rund 60 Prozent der Befragten die gravierendsten Mängel ihrer derzeitigen Wohnsituation mit Blick auf das Rentenalter. Schon jetzt ist Barrierefreiheit für zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) ein essentielles Kriterium bei der Wahl einer Wohnung oder eines Hauses, für 27 Prozent muss Barrierefreiheit unbedingt gegeben sein.
Jeder Zehnte will mehr als 30.000 Euro für altersgerechten Umbau investieren
Erst 15 Prozent der Bundesbürger haben ihre Häuser oder ihre Wohnungen altersgerecht ausgestaltet, 14 Prozent planen einen seniorengerechten Umbau, sofern sie sich ihn leisten können. Für entsprechende Baumaßnahmen sind die Bürger durchaus bereit, auch höhere Summen zu investieren. Jeder vierte Deutsche (23 Prozent) würde dafür zwischen 5.000 bis zu 10.000 Euro ausgeben, 27 Prozent der Befragten sogar zwischen 10.000 bis zu 20.000 Euro. Selbst in der Generation 60+ ist die Bereitschaft für Umbaumaßnahmen noch erstaunlich hoch: Gut ein Drittel (37 Prozent) plant Investitionen zwischen 5.000 und 10.000 Euro, 21 Prozent sogar bis zu 20.000 Euro. Fast jedem zehnten Bundesbürger (neun Prozent) ist der altersgerechte Umbau sogar mehr als 30.000 Euro wert, bei den über 60-Jährigen sind es noch acht Prozent.
Allerdings halten 42 Prozent der Deutschen einen altersgerechten Umbau der eigenen vier Wände für nicht notwendig. 23 Prozent bevorzugen statt eines Umbaus den Umzug in eine seniorengerechte Wohnung/Haus, und 15 Prozent geben an, dass ihnen die Mittel für einen Umbau fehlen.
Staatliche Unterstützung zur Verbesserung der Wohnsituation von Senioren ist daher gefragt: Ganz oben auf der Liste stehen für die Deutschen mehr Beihilfen für Alltagshilfen und Pflegeleistungen in der eigenen Wohnung bzw. Haus (90 Prozent). Jeweils 86 Prozent nennen als beste Anreize zur Schaffung altersgerechten Wohnraums mehr staatliche Beihilfen für betreutes Wohnen und mehr steuerliche Vergünstigungen und Angebote für Fördermittel zum Bau von Wohnangeboten für Senioren-WG?s. Steueranreize oder Fördermittel für den Neubau seniorengerechter Wohnungen fordern 83 Prozent der Bevölkerung, mehr staatliche Unterstützung für den altersgerechten Umbau des Wohnungs- und Hausbestands 80 Prozent.
Jobben im Alter ist den Deutschen wichtig
Befragt, welche Faktoren neben der Wohnsituation das Leben im Alter vor allem beeinflussen wird, nennen 77 Prozent der Deutschen den Austausch und das Zusammensein mit jüngeren Generationen. Auf Rang zwei der Nennungen steht die Teilnahme an kulturellen Angeboten. Die Familie und die Betreuung der eigenen Enkel ist für 71 Prozent ein maßgeblicher Faktor, gefolgt von Reisen (69 Prozent), sozialem Engagement und sportlichen Aktivitäten (jeweils 67 Prozent). Für immerhin ein Drittel der Bundesbürger hat das Jobben auch im Alter einen hohen Stellenwert, wobei der Wunsch nach beruflicher Betätigung über alle Einkommensklassen nahezu gleich ausgeprägt ist.
"Die Umfrage bestätigt, dass die Bundesbürger im Alter selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen wollen. Voraussetzung dafür ist eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema altersgerechtes Wohnen und die entsprechende Umsetzung nötiger Vorsorgemaßnahmen, wie etwa finanzielle Absicherung oder ein barrierefreier Umbau. Barrierefreiheit bedeutet generationengerechten Wohnraum zu schaffen, da die Räume auf die Bedürfnisse in unterschiedlichen Lebens- und Wohnphasen angepasst werden können und so lebenslanges Wohnen in vertrauter Umgebung ermöglichen. Dies gilt für selbstgenutzte und vermietet Immobilien. Viele Bürger haben dies bereits erkannt ? doch die nachfolgenden Generationen müssen wesentlich aktiver als bisher ihre private Altersvorsorge aufbauen, wenn sie den Wohn- und Lebensstandard sowie die Investitionsmöglichkeiten der heutigen Senioren erreichen wollen. Der Nachfragedruck für barrierefreies Wohnen wird in den nächsten Jahrzehnten durch die Alterung und Abnahme der Bevölkerung zunehmen. Wer diese Anforderungen nicht erfüllen kann, hat bei Verkauf und Vermietung schlechtere Karten. Deshalb brauchen wir mehr Aufklärung, eine verstärkte Förderung und die Bereitschaft zur Eigeninitiative. Rund 30 Millionen der gut 40 Millionen Wohnungen in Deutschland gehören Privathaushalten. Circa die Hälfte der Wohnungen weisen aktuell erhebliche Barrieren in der Wohnung oder bei den Zugängen auf. Es gilt dieses riesige Potenzial entschlossen zu nutzen und den Wohnraum zukunftsfähig zu machen", sagt Günter Schönfeld, Geschäftsführer der Wüstenrot Immobilien GmbH.
Methodik: TNS Infratest hat im Zeitraum 24. bis 26. Oktober 2013 im Auftrag der Wüstenrot & Württembergische AG insgesamt 933 Personen in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung ist repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahren.
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Wüstenrot & Württembergische - Der Vorsorge-Spezialist
Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe ist ?Der Vorsorge-Spezialist" für die vier Bausteine moderner Vorsorge: Absicherung, Wohneigentum, Risikoschutz und Vermögensbildung. Im Jahr 1999 aus dem Zusammenschluss der Traditionsunternehmen Wüstenrot und Württembergische entstanden, verbindet der börsennotierte Konzern mit Sitz in Stuttgart die Geschäftsfelder BausparBank und Versicherung als gleichstarke Säulen und bietet auf diese Weise jedem Kunden die Vorsorgelösung, die zu ihm passt. Die rund sechs Millionen Kunden der W&W-Gruppe schätzen die Service-Qualität, die Kompetenz und die Kundennähe von rund 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Innendienst und 6.000 Außendienst-Partnern. Dank eines weiten Netzes aus Kooperations- und Partnervertrieben sowie Makler- und Direkt-Aktivitäten kann die W&W-Gruppe mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland erreichen. Die W&W-Gruppe setzt auch künftig auf Wachstum und hat sich bereits heute als größter unabhängiger und kundenstärkster Finanzdienstleister Baden-Württembergs etabliert.
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Datum: 18.11.2013 - 11:30 Uhr
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