Nachwuchs für deutsche Exportwirtschaft
ID: 983478
- Fast ein Drittel der jungen Unternehmen ist im Ausland aktiv
- Über die Hälfte plant gezielt ihre Exporttätigkeit
- Etablierte Exportunternehmen erleichtern "Neulingen" den ersten
Kundenkontakt ins Ausland
Der Erfolg deutscher Unternehmen auf internationalen Märkten ist
seit Jahren das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Etablierte
Unternehmen aus den Branchen Fahrzeugbau, Maschinenbau, Chemie
stellen das Gros der Exporte. Um Nachwuchs muss Deutschland dabei
nicht bange sein: Fast jedes dritte deutsche wirtschaftsaktive junge
Unternehmen ist bereits innerhalb der ersten drei Jahre seines
Bestehens auf Auslandsmärkten aktiv. Dies ergab jetzt eine
Sonderauswertung des KfW/ZEW-Gründungspanels zum Ex- und
Importverhalten junger Unternehmen. Für das Panel beobachtet die KfW
gemeinsam mit dem ZEW und Creditreform die wirtschaftliche
Entwicklung so genannter wirtschaftsaktiver Gründungen in den ersten
Jahren ihres Bestehens. Von den bis zu drei Jahre alten Unternehmen
waren im Beobachtungszeitraum 9 % ausschließlich als Exporteure und
12 % als reine Importeure auf Auslandsmärkten aktiv. Weitere 9 %
haben gleichzeitig exportiert und importiert.
55 % der Exporteure haben ihren Markteintritt gezielt als
Geschäftsstrategie betrieben, für 45 % kam der Kontakt zum ersten
ausländischen Kunden hingegen eher zufällig zustande. Vor allem wenn
eine passive Exportstrategie verfolgt wird, profitieren junge
Unternehmen von der Erfahrung und der Stärke der etablierten
Unternehmen. Bei einem Drittel der ungeplanten Exporteure wurde der
Kundenkontakt im Ausland über ein international tätiges inländisches
Unternehmen hergestellt. Häufiger werden von den ungeplanten
Exporteuren nur noch Anfragen von ausländischen Kunden genannt (53
%). Auffällig ist weiterhin, dass es insbesondere Gründer mit
Hochschulabschlüssen oder besonderem Erfahrungswissen sind, deren
Unternehmen sich im Export engagieren.
Am stärksten sind die jungen Unternehmen des Verarbeitenden
Gewerbes im Auslandsgeschäft aktiv. Besonders der Hightech-Sektor des
Verarbeitenden Gewerbes hebt sich ab: 56 % der Start-Ups richten ihr
Geschäftsmodell international aus, gefolgt von den sonstigen
Industriebranchen (43 %). In den Dienstleistungsbranchen sind die
Anteile der auslandsaktiven Unternehmen mit 35 % im
Hightech-Dienstleistungsbereich und 30 % der "sonstigen"
Dienstleister (wie konsumnahe Dienstleister und Handelsunternehmen)
niedriger.
Exportierende Jungunternehmer nennen "Normen, staatliche
Regulierungen und Zölle" als häufigstes Hindernis bei ihren
Auslandsgeschäften. Die mangelnde Zeit der Geschäftsführung und
Kapazitätsengpässe stellen das zweit- und dritthäufigste Hindernis
für die Exporteure dar. Dies ist verständlich: Das ohnehin begrenzte
Zeitbudget der Unternehmer und die Produktionskapazitäten werden
durch das Auslandsgeschäft zusätzlich strapaziert.
Die Studie:
Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine
Strukturanalyse, die sich mit dem Export- und Importverhalten von
jungen Unternehmen beschäftigt. Strukturanalysen zeichnen sich
dadurch aus, dass sich die untersuchten Merkmale i.d.R. nur über
einen längeren Zeitraum ändern. Die Analysen basieren auf einer
Sonderauswertung des KfW/ZEW-Gründungspanels. Bei der Befragung des
Jahres 2012 wurden schwerpunktmäßig die Auslandaktivitäten von bis zu
drei Jahre alten Unternehmen erfasst. Mit dem KfW/ZEW-Gründungspanel
schaffen die KfW Bankengruppe, das Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und der Verband der Vereine
Creditreform eine Datenbasis, die als erster Längsschnittsdatensatz
in Deutschland die Entwicklung junger Unternehmen vom Zeitpunkt ihrer
Gründung an über mehrere Jahre verfolgt und ein breites Spektrum
unternehmens- und personenspezifischer Informationen bereitstellt.
Die Studie finden Sie unter www.kfw.de/studien
Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM) Sonja Höpfner
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Datum: 19.11.2013 - 12:04 Uhr
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