NRZ: Die Zukunft wird verfrühstückt - ein Kommentar von JAN JESSEN
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Wirkung. Deutschland hat einen langen konjunkturellen Aufschwung
erlebt, es gibt mehr Erwerbstätige als jemals zuvor. Leider
verfrühstückt Deutschland nebenbei seine Zukunft. Der aktuelle
Datenreport des Statistischen Bundesamtes, aber auch andere
Erhebungen der vergangenen Wochen zeigen: Armutsrisiken verfestigen
sich, die Kluft zwischen Besserverdienenden und Niedriglöhnern klafft
immer weiter auf. Ein Alarmsignal war bereits die Nachricht, dass in
diesem Jahr trotz guter Konjunktur weit mehr Geld für die
Grundsicherung ausgegeben werden muss, als eigentlich geplant war -
weil Menschen immer häufiger direkt in Hartz IV rutschen, wenn sie
arbeitslos werden Geht die Entwicklung so ungebremst weiter, werden
die Sozialausgaben zwangsläufig steigen. Für Aufstocker, aber auch um
Altersarmut zu lindern. Bei gleichbleibender Staatsquote, spätestens
aber dann, wenn die Schuldenbremse voll greift, heißt das: Es müssen
entweder massiv Steuern erhöht werden oder es fehlt anderswo Geld,
etwa für Investitionen in die Infrastruktur und für Bildung. Deutsche
Unternehmen klagen schon jetzt, dass sie nicht genügend
qualifiziertes Personal bekommen und darüber, dass der schlechte
Zustand von Brücken und Straßen die Transportkosten in die Höhe
treibt. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, könnten sie
selbst in die Zukunft investieren: Indem sie dem
Lohnkostenfetischismus abschwören und auch einfache Arbeitnehmer
endlich wieder anständig bezahlen.
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Datum: 26.11.2013 - 16:57 Uhr
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